Geislinger Musikerinitiative verlässt die Alte Seemühle

Die Musikerinitiative „MieV“ räumt zum Monatsende ihre Veranstaltungsräume in der Alten Seemühle. Eine neue Location in der Oberen Stadt ist in Aussicht.

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Das letzte Konzert ist gespielt. Jetzt wird gepackt, zusammengefegt, die schon offenen Fässer Bier ausgetrunken. Morgen beginnen die Vereinsmitglieder mit dem Abbau: Die Geislinger Musiker-Initiative „MieV“ räumt ihr langjähriges Domizil, die Alte Seemühle zum 31. Mai.

„Natürlich sind wir wehmütig“, sagt Daniel Cannatella, Kassier des Vereins. Zehn Jahre lang waren die Räume der ehemaligen Geislinger Mühle der Veranstaltungsort für Konzerte, Kabarett, Poetry Slam und ein regelmäßig stattfindendes Kurzfilm-Festival. „Es war eine schöne Zeit und eine tolle Erfahrung. Wir haben mit den Musikern und Künstlern so viele unterschiedliche Leute, Charaktere und Denkweisen aus allen möglichen Nationen kennengelernt“, sagt Christian Richter, Beisitzer und somit auch im Vorstand der Musikerinitiative.

Damit soll nun keineswegs Schluss sein, nur weil der Pachtvertrag für die Seemühle ausgelaufen ist. Die Vorstandsmitglieder der 1988 ins Leben gerufenen Musikerinitiative waren lange auf der Suche nach einem neuen Domizil. Und wie es scheint, ist dieses auch gefunden: eine bereits gastronomisch genutzte Location in der Oberen Stadt.

Allerdings steht und fällt alles mit der Genehmigung eines Anbaus, die Lokalität ist zu klein für Konzerte und größere Veranstaltungen: Der Anbau soll die Bühne und einen Zuschauerraum für maximal 150 Gäste beherbergen. Die Pläne liegen bereits beim Bauamt der Stadtverwaltung, noch ist aber nichts entschieden. Die Arbeiten möchten die Vereinsmitglieder mit weiteren Helfern aus der lokalen Musikszene zum allergrößten Teil selbst übernehmen. Ein Zehnjahres-Vertrag mit dem Verpächter ist ausgehandelt.

„Wir freuen uns auf einen Neuanfang“, sagt Cannatella: „So schön die Alte Seemühle mit ihrem Holzbalken-Flair auch war“. Das mögliche neue Domizil verfügt über einen kleinen Biergarten, sodass kleinere Konzerte auch draußen stattfinden könnten. „Ohne dass wir in Konkurrenz zu den bestehenden Biergärten treten wollen“, sagt Christian Richter.

Noch ist alles in der Schwebe, auch wenn die Vorstandsmitglieder zuversichtlich sind. „Wenn das mit der Genehmigung klappt, möchten wir im Herbst, spätestens im Winter, mit den  Veranstaltungen weitermachen“, sagt Cannatella: Der Anbau gehe dann schnell“.

Den Vorständen ist daran gelegen, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

Zum einen ist man mit den Künstlern zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut vernetzt. Zuletzt sind namhafte Bands aufgetreten, zu deren Konzerten Leute aus dem weiten Umfeld nach Geislingen gekommen sind. Als  Highlight nennt Cannatella etwa die österreichische Crossover-Band Kontrust, die schon auf einem Festival vor 750 000 Zuschauern gespielt hat. „Die Musiker genießen dann gerne die Clubatmosphäre in einer kleinen Location“, sagt er. Zum anderen ist der Verein Mitglied des Dachverbands LAKS, der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg und erhält dadurch Fördermittel. Deren Höhe hängt von der Anzahl der Veranstaltungen ab. Gerade in den vergangenen Monaten lief es für MieV sehr gut: „Wir hatten so viele Konzertbesucher wie nie zuvor“, sagt Richter.

Lesetipp: Kommentar von Eva Heer: Kultur braucht einen Ort in Geislingen

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