Nicht diskutieren - betonieren!

1000 Arbeitsstunden zum Neubau ihres Feuerwehrmagazins haben sie versprochen, fast 4000 Stunden geleistet: Waldhausens Wehr zeigt Teamgeist.

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Fast fertig: Schon ganz proper stehen Neubau, Verbindungsteil und Rathaus in Waldhausen da.  Foto: 

Einen neuen Feuerwehrwagen, einen 7,5-Tonner TSF-W (Tragkraft-Spritzenfahrzeug wasserführend) soll die Waldhausener Feuerwehr nächstes Jahr bekommen. Weil es viel zu groß ist für das bisherige Feuerwehrmagazin, beantragte der Geislinger Stadtbezirk den Bau eines neuen Magazins. Die Feuerwehrleute versprachen mindestens 1000 Stunden Eigenleistung. Stadtbaumeister Karl Vogelmann und sein Kollege Peter Lecjaks legten Wert auf eine harmonische Kombination von Alt und Neu, Hochbauchef Joachim Burkert ließ sich eine kreative Lösung einfallen, Karl Kurz vom Hochbauamt übernahm die Bauleitung.

Nach langer Vorgeschichte ging es Ende März endlich los - aber wie. "Nicht diskutieren. Betonieren!", gab Ortsvorsteher Reiner Strehle als Motto aus. Sein Sohn, Löschzugführer Thomas Strehle, sowie dessen Stellvertreter Manfred Semle und Jochen Bühler teilten die 37 Mann der Feuerwehr inklusive Alterszug und Jugendfeuerwehr in drei Gruppen ein, denen sie selber vorstanden und verdonnerten jede im Wochenwechsel zum Arbeitseinsatz. Donnerstagabends, normalerweise am Dienstagabend und den ganzen Samstag über baggerten sie fortan, betonierten, mauerten, schlugen Wände raus, vergipsten neue Wände und fliesten sie und die Böden. Einzelne Floriansjünger stellten den eigenen Bagger, Bulldog, Bau-Kompressor und anderes Großgerät unentgeltlich zur Verfügung. Reiner Strehle und Feuerwehr-Kollege Karl Watzlawik organisierten alles und sorgten dafür, dass jeden Abend das benötigte Material dastand. "Die Verzahnung der Teams und der Einsatz der Einzelnen war eine runde Sache. Das hat echt gut funktioniert", lobt Thomas Strehle.

Sie reden schon in der Vergangenheit. In diesem Monat noch wollen sie mit Bauabschnitt eins, dem Neubau, fertig werden. "Jetzt noch den Schwarzbelag auf die Parkplätze vor dem Haus und im Hof, die Türen einbauen und den Weg pflastern, dann haben wir das meiste geschafft", zählt Strehle auf. Erleichterung ist ihm doch anzumerken.

Karl Watzlawik hat Buch geführt: Bis Ende September sind genau 3816 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet worden - die Waldhausener haben dem Geislinger Stadtsäckel damit viel Geld gespart. Einiges, was für den zweiten Bauabschnitt geplant war, ist schon erledigt. "Weil es so sinnvoll erschien", berichtet Strehle.

Unvorhergesehen mussten die Feierabendhandwerker fast ein Drittel der Arbeitsstunden ins alte Gebäude stecken. Denn das Rathaus war aus unerfindlichem Grund nicht an die Kanalisation angeschlossen, die Arbeitsteams erledigten das. Die Feuerwehrleute brachten das vorher "tiefer gelegte Rathaus" durch Aufschütten des "Grabens" ums Haus auf Straßenniveau, sie mussten Drainagerohre ziehen und das Mauerwerk trockenlegen. Neue Parkplätze vor dem Rathaus waren so möglich. Im Neubau ist jetzt genügend Platz für das künftige Fahrzeug, allen aktuellen Vorschriften ist hier Genüge getan. Der Mittelbau, der Alt mit Neu verbindet, hat seinen separaten Eingang, der bei Alarm mit einem Chip geöffnet werden kann. Hier befinden sich sanitäre Anlagen und ein Umkleideraum für Frauen samt Dusche und Platz für Spinde. Wo sich im Altbau früher Fahrzeughalle samt Magazin und allen Geräten befanden, steht den Aktiven jetzt ein großer Umkleideraum mit Spinden und Duschen zur Verfügung.

"Sobald wir fertig sind, machen wir erst mal Pause", sagt Thomas Strehle. Der zweite Bauabschnitt, ab kommendem Jahr an der Reihe, sei nicht mehr so aufwendig. "Da renovieren wir nur noch unser Floriansstüble", sagt Thomas Strehle.

Reiner Strehle - ganz Ortsvorsteher - bedankt sich beim Geislinger Gemeinderat, aber vor allem bei "seinen" Waldhausenern. "Waldhausen hat 250 Bewohner, etwa 30 haben hier wirklich intensiv mitgearbeitet. Das sind zwölf Prozent - wo finden Sie das sonst?" macht der 66-Jährige aus seinem Stolz keinen Hehl.

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