Neue Superblitzer sind da

Sie sind formschön, aber auch ganz schön clever: Die neuen "Blitzer", wie sie seit dieser Woche in Geislingen am Straßenrand stehen, basieren auf modernster Lasertechnik, ohne Film und Induktionsschleifen.

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Bisher sahen sie aus wie "Starenkästen" - doch jetzt sind es grau-schwarze Säulen: Die stationären Tempo-Messanlagen werden in Geislingen nach und nach modernisiert. Seit dieser Woche stehen die ersten Neuen bereits in der Wiesensteiger- und Überkinger Straße.

Die Anschaffung in Höhe von 110 000 Euro dürfte sich schnell bezahlt gemacht haben. Denn alljährlich spülen die acht stationären Tempo-Messanlagen auf Geislinger Gemarkung weit mehr als 200 000 Euro ins Stadtsäckel.

Damit diese lukrative Geldquelle auch weiterhin so kräftig sprudelt, müssen die alten störanfälligen "Starenkästen" ausgemustert werden. Vor allem die im Asphalt verlegten Induktionsschleifen, mit denen die Geschwindigkeit des hinwegrollenden Verkehrs gemessen wird, deformieren sich regelmäßig.

Noch im Januar hatte Thierer angekündigt, die erste neue Säule in Eybach zu installieren. Doch weil bereits Haushaltsmittel für eine Reparatur eingesetzt waren, wurde der dortige Starenkasten noch einmal instand gesetzt.

Weil die Messschleifen auf Wiesensteiger- und Überkinger Straße ebenfalls hätten ausgetauscht werden müssen, habe man die Investition nun dort vorgenommen, erklärt Angela Scholz als Leiterin der Bußgeldstelle. Sie und ihre Kollegen, dies mit der neuen Anlage zu tun haben, wurden gestern im Umgang mit der Technik geschult. Denn einen Film gibts künftig nicht mehr. Stattdessen müssen die digital gespeicherten Daten eines Temposünders - also Geschwindigkeit und Foto - mit einem Laptop vor Ort "ausgelesen" werden.

Man habe sich für diese Lösung entschieden, weil für die Übermittlung per Kabel eine Datenleitung notwendig gewesen wäre und eine Funkübertragung zusätzlich technischen Aufwand erfordert hätte, erklärt Scholz.

Auf der Suche nach einem Ersatz für die Starenkästen war Ordnungsamtschef Paul Thierer auf die neuartigen Anlagen aufmerksam geworden, die seit geraumer Zeit auf der B 10 zwischen Esslingen und Stuttgart stehen. Mit ihrer Lasertechnik benötigen sie keine Induktionsschleifen - und außerdem ist ihr Innenleben so ausgelegt, dass sie den herannahenden Verkehr aus beiden Richtungen von vorne blitzen können, also auch auf der Gegenspur. Allerdings muss die Säule dann mit zwei Kameras bestückt sein. In Geislingen ist man dafür jetzt gut ausgestattet: Zu den beiden Säulen, die mit jeweils 15 000 Euro zu Buche schlagen, hat die Stadtverwaltung auch gleich zwei Kameras (Stückpreis: 40 000 Euro) angeschafft. Mit ihnen können entweder beide Säulen gleichzeitig "scharf" gemacht werden - oder sie erfassen in einer von ihnen den Verkehr in beide Richtungen.

Ganz still freilich geht das Überwachen nicht mehr vonstatten: Weil die digitalen Kameras bei allzu viel Wärme streiken, müssen sie über ein Gebläse gekühlt werden, das nicht zu überhören ist. Angela Scholz warnt aber davor, von diesem Geräusch auf das Vorhandensein einer Kamera zu schließen: Das Gebläse sei temperaturabhängig gesteuert. Es müsse also nicht immer laufen, wenn die Säule "scharf" sei.

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