Neue Leitung beim Tierschutzverein

Der Geislinger Tierschutzverein hat einen neuen Vorstand gewählt. Der alte war nach Streitigkeiten um die geplante Tierheimerweiterung und die finanzielle Lage des Vereins zurückgetreten.

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Als gespaltener Verein, der sich in Lagerkämpfen verzettelt zu haben scheint, präsentierte sich der Tierschutzverein Geislingen bei seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung im Hotel Krone. Bei der letzten Mitgliederversammlung war der Vorstand um die Vorsitzende Jutta Köhler-Tattje und den stellvertretenden Vorsitzenden Roland Weida nicht entlastet worden, obwohl die Kassenprüfer keine Unregelmäßigkeiten in den Finanzen des Geschäftsjahres 2012 feststellen konnten. Streitpunkte waren vor allem die Ausrichtung des finanziell klammen Vereins und die Umsetzung einer geplanten Tierheimerweiterung. Um während der Mitgliederversammlung zu vermitteln, war Herbert Lawo vom Landestierschutzverband angereist.

Weida, der die Aufgaben des Kassiers im April dieses Jahres übernommen hat, legte erneut den Finanzbericht vor: Ausgaben in Höhe von 46.500 Euro standen Einnahmen in Höhe von 56.300 Euro gegenüber. Die größten Posten auf der Ausgabenseite waren mit 24.700 Euro die Personalausgaben und mit 10.000 Euro die Tierarztkosten. Die meisten Einnahmen erhielt der Tierschutzverein aus der Fundtierkostenerstattung der Gemeinden (11.700 Euro) und Spenden (10.800 Euro). Mit 9800 Euro stand der Verein Ende 2012 also in den Miesen - eine negative, aber keine neue Entwicklung. So wurde das Geschäftsjahr 2011 sogar mit 16.600 Euro minus abgeschlossen. "Vor einigen Jahren hatten wir noch ein Guthaben von 60 000 Euro, jetzt sind wir bei null", erklärte Weida. Am Ende des vergangenen Jahres habe man indes nicht mehr gewusst, wie man die Gehälter der Tierheimbediensteten bezahlen solle.

Lawo empfahl den Mitgliedern eine Entlastung des Vorstands. Er wies darauf hin, dass diese nicht wegen persönlicher Differenzen mit den Funktionsträgern versagt werden könne, sondern nur wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten. Diese lägen seiner Ansicht nach nicht vor. Einige Mitglieder vertraten jedoch die Ansicht, die Entlastung betreffe auch das allgemeine Management und den Kurs des Vereins. Nach schriftlicher, geheimer Abstimmung wurde der gesamte Vorstand schließlich doch entlastet - wenn auch nur mit einer knappen Mehrheit.

Einen großen Anteil an den Animositäten zwischen Vorstand und Vereinsmitgliedern hat die geplante Tierheimerweiterung, die nun auch wieder auf der Tagesordnung stand. Bereits in der vorangegangenen Versammlung waren von den Mitgliedern die Pläne für den Bau eines größeren Katzenzimmers und die Erstellung eines Außengeheges abgesegnet worden. Die Baukosten von 63.000 Euro sollten über zweckgebundene Spenden (unter anderem aus der GZ-Weihnachtsaktion) und einem Zuschuss über 41.600 Euro von Land und Kommune finanziert werden. Der Bau sei absolut durchfinanziert, ohne die jetzigen laufenden Einnahmen des Vereins zu belasten, versicherte Weida.

Seit der letzten Zusammenkunft wurde das damals in dieser Form bereits beschlossene Bauvorhaben von Vereinsmitgliedern jedoch immer wieder vehement infrage gestellt. In der aktuellen Sitzung wurden unter anderem die bereits ausgegebenen 4000 Euro an Planungskosten für Architekt, Lageplan, Vermessung und Bauantrag kritisiert. Auch wurden alte, bereits verworfene oder nicht aufgegriffene Pläne ins Spiel gebracht, die für einen Bruchteil der Kosten zu verwirklichen seien.

Einen neuen Beschluss zum Bauvorhaben fasste die Versammlung nicht, wählte aber einen Vorstand: Yvonne Mauch (Vorsitzende) und Hans-Georg Hoffmann (Stellvertreter) sprechen sich für eine Erweiterung aus, aber in anderer, noch zu beschließender Form.

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Kommentare

19.06.2013 15:45 Uhr

neue Leitung beim tierschutzverein

werte frau schmidt,
In ihrem text ist ihnen vermutlich ein vormulierungsfehler unterlaufen. nach dem ich den artikel 3 mal gelesen habe, bin ich zu der überzeugung gekommen das die rechnung bei den finanzen nicht stimmen kann. denn bei ausgaben von 46,500,00€ und einnahmen von 53,300€ kann kein minus von 9800,00€ entstehen. ich vermute das sie die zahlen verwechselt haben.
mfg

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