Musik für fünf Instrumente

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Das fünfköpfige Bläserensemble „Profive“ fand während seines Auftritts in der Geislinger Jahnhalle das richtige Gespür für die Komposition und setzten ihre Auffassung in erstaunlicher Geschlossenheit um.  Foto: 

Der Ensemblename verriet es schon: Es wurde Musik für fünf Instrumente geboten, als „Profive“ am Donnerstagabend als Gast des Geislinger Kultur­vereins in der – akustisch übrigens sehr gut dafür geeigneten – Jahnhalle auftrat. Ein klassisches Bläserquintett war es, bestehend aus Flöte (gespielt von Wally Hase), Oboe (Jochen Müller-Brincken), Fagott (Albrecht Holder), Klarinette (Manfred Lindner) und Horn (Christian Lampert), das die zahlreichen Besucher zu begeistern wusste.

In der Abfolge der Vorträge umrahmten drei Franzosen des 19. und 20. Jahrhunderts zwei im 18. Jahrhundert in der Habsburger Monarchie geborene Komponisten. Mit dem jüngsten, Jacques Ibert, stellte sich das Ensemble vor und zeigte bei dessen „Trois pièces breves“, also drei kurzen Stücken, seine Qualitäten.

In spieltechnischer Hinsicht selbstverständlich makellos, bewiesen die Fünf das richtige Gespür für die Komposition und setzten ihre Auffassung in stupender Geschlossenheit um.

Besonders das dynamische Abschattieren mit dem hinreißenden Pianospiel des Hornisten wirkte fabelhaft. In zurückhaltender Modernität, gelegentliche harmonische Reibungen genüsslich auskostend, und in interessanter Farbigkeit wurde so zu volkstümlichem Tanz aufgespielt oder eine pastorale Elegie evoziert.

Den drei original für Bläserquintett komponierten Werken darf eigentlich auch „Le Tombeau de Couperin“ zugerechnet werden. Maurice Ravel selbst hatte nämlich vier Sätze seiner Klavierkomposition in eine Fassung für kleines Orchester umgeschrieben, die Profive in reduzierter Besetzung zum Vortrag brachte.

In moderner Tonsprache hat Ravel eine barocke Tanzsuite nachempfunden, um dem Hofkomponisten des Sonnenkönigs Ludwig XIV., François Couperin, ein musikalisches Denkmal zu setzen.

Dank ihrer Kunst vermochten die Ausführenden zu zeigen, dass, was sich in solchen Fällen nicht immer sagen lässt, die Transkription zu einem sehr befriedigenden Ergebnis geführt hat.

Anton Reicha, im gleichen Jahr wie Beethoven geboren, hat jeweils ein Drittel seines Lebens in seiner Geburtsstadt Prag, in Paris und in Wien gelebt. Diese drei Einflusssphären meint man auch in seinem Quintett Es-Dur op. 88,2 hören zu können – böhmisches Musikantentum, französischer Esprit und Wiener Klassik. Nach einem auffällig rhythmisierten Beginn durch den Fagottisten konnten sämtliche Instrumentalisten ihre Virtuosität demonstrieren, im Andante ein auftaktiges Thema einander weiterreichen und schließlich in ein fröhliches Jagdfinale münden.

Reicha huldigte Wolfgang Amadeus Mozart mit drei Akkorden, die er an den Anfang seines Werkes stellte; dieselben stehen nämlich auch am Beginn des nachfolgenden Vortrags, der „Zauberflöten“-Ouvertüre, ehe darin das eilende Fugato anhebt.

Dieser Ouvertüre folgte eine Reihe der bekanntesten Arien aus jener Oper, darunter „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“, wo der Furor der Königin der Nacht durch die gellende Pikkoloflöte zum Ausdruck kam.

Ein Quintett in g-Moll von Paul Taffanel schloss sich an. Träumerisches Pathos verband sich hier mit typisch französischer, tänzerischer Grazie und weichem, stimmungsvollem Bläserklang bis zu einem überraschend-witzig hingesetzten Schlussakkord, wonach sich die Protagonisten mit drei Zugaben, darunter „Der kleine Neger“ von Claude Debussy, von ihrem höchst zufriedenen Publikum in der Jahnhalle verabschiedeten.

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