Mit Ultraschall die Bauchschlagader checken lassen

Im Geislinger Rathaus gibt es am Samstag, 23. September, von 10 bis 14 Uhr eine kostenlose Vorsorgeaktion für Bauch- und Halsschlagader.

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Dr. Peter Richter hat es erst kürzlich wieder erlebt: In die Göppinger Klinik am Eichert wurde ein Mann um die 50 eingeliefert – Diagnose: geplatzte Aorta. Die Ärzte konnten den Patienten retten. Nicht immer aber gehen solche Fälle gut aus; Betroffene können innerlich verbluten.

„Patienten mit einer Erweiterung der Bauchschlagader leben über Jahre ohne Symptome – das ist eine tickende Zeitbombe“, erklärt der Chefarzt der Gefäßchirurgie und Sprecher des Gefäßzentrums der Alb-Fils-­Kliniken (AFK). Risikofaktoren sind Rauchen, hoher Blutdruck und -zucker sowie erbliche Veranlagung.

Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb sehr wichtig. Eine ungefährliche und schmerzfreie Untersuchung per Ultraschall reicht zunächst. In Geislingen können Interessierte am Samstag zwischen 10 und 14 Uhr ihre Bauch- sowie ihre Halsschlagader überpüfen lassen. Der Check dauert nur drei Minuten, erklärt Richter. Wird eine Abnormität festgestellt – bei der Bauchschlagader besteht ab einem Durchmesser über 50 Millimetern die Gefahr, dass das Gefäß platzt –, wird der Patient zur weiteren Untersuchung an den Hausarzt verwiesen.

Das Screening ist eine gemeinsame Aktion der Alb-Fils-Kliniken, der Kreisärzteschaft Göppingen und des Diabetiker-Verbands Baden-Württemberg. Letzterer ist beteiligt, weil Diabetiker ein ungleich höheres Risiko haben, Gefäßerkrankungen wie Durchblutungsstörungen etwa an den Schlagadern zu erleiden.

Die Ärzte der AFK nehmen pro Jahr 30 bis 40 Eingriffe vor; deutschlandweit sind es rund 10 000 – operiert wird meist minimal-invasiv, das heißt über kleine Öffnungen in der Leiste, oder über einen Bauchschnitt. „Die Aorta muss man sich wie einen Gartenschlauch mit elastischem Gewebe vorstellen“, erklärt Richter. „Durch Verkalkung der kleinsten Gefäße geht die Textur kaputt, die die Spannung erhält.“ In der Folge kann die Ader platzen. Mit einer endovaskulären Prothese, einer Art Schiene, wird das Gefäß behandelt.

Mit dem Geislinger Aktionstag hoffen die Veranstalter, möglichst viele Menschen zu erreichen. Bei der ersten Veranstaltung im Mai in Göppingen war der Andrang riesig. „Wir wollen mit dem Screening auch die Leistungsfähigkeit unserer Kliniken bekannt machen“, erklärt Dr. Ingo Hüttner, der medizinische Geschäftsführer der AFK. „Die Patienten müssen für die Behandlung nicht an eine Uni-Klinik – dafür haben wir ein sehr gutes Team.“

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