Mit den Gefühlen gespielt

Vom Borderline-Syndrom oder narzisstischen Persönlichkeitsstörungen sind auch die Angehörigen betroffen. Einer der Betroffenen strebt jetzt eine Selbsthilfegruppe im Land- kreis Göppingen an.

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Peter Schneller (Name von der Redaktion geändert) hat einen regelrechten Leidensweg hinter sich. Der Mann aus einer Kreisgemeinde lernte vor drei Jahren "eine charismatische Frau" kennen, verliebte sich in sie und glaubte an eine glückliche gemeinsame Zukunft. Doch schon nach wenigen Monaten verdüsterte sich der Himmel für ihn, entwickelte sich die Beziehung so dramatisch, dass er selbst darüber krank wurde. "Ich bekam eine Depression", stellt er noch immer sichtlich bewegt fest. Es folgte ein mehrwöchiger Aufenthalt in der Psychiatrie. Als Folge seiner Erkrankung, die über ein Jahr andauerte, verlor er seinen Arbeitsplatz. Zunächst konnte er sich das Verhalten seiner Partnerin nicht erklären. "Ich merkte nur, da stimmt etwas nicht." Ihre Stimmung wechselte abrupt vom Bedürfnis nach bedingungsloser Nähe bis zur absoluten Distanziertheit. "Das untergräbt unterschwellig das eigene Selbstwertgefühl", sodass er emotional abhängig geworden sei.

Was mit seiner Partnerin nicht stimmte, erfuhr er erst in der eigenen Therapie. "Sie leidet an der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die nicht selten mit dem Borderline-Syndrom einhergeht", weiß er heute. Zwischenzeitlich hat sich Peter Schneller intensiv mit dem Krankheitsbild befasst. "Die Krankheit entsteht in der Kindheit." Weil sie dort zu wenig Zuwendung erfahren haben, sind die Betroffenen ein Leben lang auf der Suche nach Zuwendung. Und dies nicht selten bei mehreren Partnern gleichzeitig. Diese Erfahrung musste auch der Angestellte machen. "Wenn der Partner ausgesaugt und leer ist, wird er weggeworfen", stellt Peter Schneller bitter fest. So war es auch ihm ergangen. Vor einem Jahr beendete seine Partnerin die Beziehung wegen eines anderen Mannes - und lässt ihn doch nicht in Ruhe. Regelmäßig hält sie den Kontakt, spielt weiter mit seinen Gefühlen.

Als sich Peter Schneller in dieser Situation auf die Suche nach einer Selbsthilfegruppe machte, stellte er fest, dass es die nicht gibt, auch nicht im Internet. Jetzt will er mit Unterstützung der AOK selbst eine gründen und ist derzeit auf der Suche nach geeigneten Räumen für einen regelmäßigen Treff. "Heute weiß ich, wie ich mich hätte verhalten sollen, als ich erste Auffälligkeiten feststellte." Dieses Wissen will er mit anderen Betroffenen teilen, ihnen Wege aus der Abhängigkeit aufzeigen und einfach die Probleme, die Angehörige von Borderlinern oder Menschen mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung haben, gemeinsam besprechen. Nicht selten gehen andere Freundschaften in die Brüche, oft wird sogar der Kontakt zur eigenen Familie abgebrochen.

Info Interessenten können sich melden unter der Adresse:

Rossmann1992@gmx.de

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