MiGy-Sanierung: Es kommen nochmal 1,6 Millionen Euro oben drauf

Am Mittwoch muss der Geislinger Gemeinderat erneut außerplanmäßige Ausgaben fürs Michelberg-Gymnasium genehmigen. Die Kritik an Architekt und Fachplaner ist massiv.

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Tristes Wetter, triste Stimmung: Die Kosten fürs Michelberg-Gymnasium steigen nochmal um 1,6 Millionen Euro.  Foto: 

Wenn Joachim Burkert erklärt: „Wir sind über die Sache nicht ­begeistert“, dann dürfte in dieser Aussage einiges an Understatement stecken. Der Sachgebietsleiter im Geislinger Hochbauamt muss am Mittwoch in öffentlicher Sitzung des Gemeinderats erklären, weshalb für das Michelberg-Gymnasium erneut außerplanmäßige Ausgaben anfallen.

Die Extra-Kosten belaufen sich im aktuellen Haushaltsjahr auf 1,4 Millionen Euro; nächstes Jahr sollen weitere 200 000 Euro dazu kommen. Nach aktuellem Stand liegen die Kosten für die Generalsanierung der Schule damit bei 21,2 Millionen Euro.

Solche Hiobsbotschaften kennen die Geislinger Gemeinderäte schon: Die anfänglich gehandelte Summe von 15,6 Millionen Euro für den Umbau des Gymnasiums in eine hochmoderne energetische Schule ließ sich nicht lange halten; in den vergangenen Jahren gab es immer wieder erhebliche Kostensteigerungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Im Gemeinderat lieferten sich die Räte mit Architekt Horst Höfler deshalb bereits hitzige Wortgefechte (wir berichteten).

An die Situation gewöhnen sich die Räte nach eigenem Bekunden nicht. In den Vorberatungen in den Ausschüssen und Fraktionen habe zunächst fassungsloses Schweigen geherrscht, sagt ein Gemeinderatsmitglied, das nicht namentlich genannt werden will: „Wir wissen nicht, was wir dazu noch sagen sollen.“

Den Gemeinderäten wird indes nichts anderes übrig bleiben, als die zusätzlichen Ausgaben auch dieses Mal zähneknirschend zu genehmigen. Denn zum Großteil handelt es sich um Zahlungen für bereits erbrachte Leistungen unterschiedlicher Gewerke – etwa für Fassaden- und Verblechungsarbeiten, Elektrotechnik, Beleuchtung und die Nachjustierung der technischen Anlagen.

Weil Architekt Höfler und Fachplaner Michael Kammerer nicht sauber und umfassend gearbeitet hätten, hätten sich die Kosten bei einer großen Zahl von Einzelposten im Nachhinein erhöht, erklärt Joachim Burkert: „Das schaukelt sich hoch.“ Er spricht von einem „löchrigen Leistungsverzeichnis“ und „nicht sauber ermittelten Massen“.

Bis voraussichtlich zum Sommer 2018 wird Burkert und seine Kollegen noch die Gebäudetechnik im MiGy beschäftigen. Weil sie noch nicht einjustiert sei, laufe es noch nicht rund, sagt der Sachgebietsleiter. Die Elemente der Anlage kommunizierten noch nicht miteinander, viel müsste automatisiert ablaufen und tut es nicht. Geplant sei dies so nicht gewesen. Burkert betont aber: „Die Nutzer merken nichts. Aber was nicht funktioniert, muss manuell bedient werden.“ Das sei nur dank des „extrem fitten“ Hausmeisters möglich. Weil Fachplaner Kammerer nicht genügend Druck gemacht habe, habe man nun beschlossen, ihm die Aufgabe zu entziehen und an das Unternehmen Transsolar zu übergeben, das auch für den zweijährigen Monitoring-Prozess zuständig ist.

Dass die Stadtverwaltung im kommenden Haushalt 200 000 Euro für die „Durchsetzung der rechtlichen Ansprüche“ ausweisen lassen will, wie es in der Gemeinderatsvorlage heißt, macht deutlich, dass die Kosten­explosion ein Nachspiel haben wird. „Wir lassen uns das nicht gefallen“, bekräftigt Burkert.

Info Die Gemeinderatssitzung im ­Kapellmühlsaal in der MAG beginnt
um 16 Uhr.

Wir berichten in den nächsten Tagen ausführlich!

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