Metropolexpress: Bahn sorgt für Chaos statt Klarheit

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Droht das Abstellgleis am Geislinger Bahnhof auf dem Abstellgleis zu landen, weil es die Bahn nicht baut? Ein entsprechendes Gerücht hatte Ende vergangener Woche für Aufsehen gesorgt. Der Geislinger Landtagsabgeordnete und Kreisrat Sascha Binder hat sich nun zu Wort gemeldet und zerstreut diese Bedenken – wenngleich er mit der aktuellen Entwicklung alles andere als glücklich ist.

„Es geht nicht darum, dass nicht gebaut wird, sondern darum, dass es zu Verzögerungen kommen könnte“, erklärt Binder, „aber es könnte genauso gut sein, dass dieses Gleis am Ende gar nicht gebraucht wird“. Hintergrund der Geschichte: „Die Bahn plant den Fernverkehr um“, erklärt Binder, „erst wenn diese Planung abgeschlossen ist, lässt sich sagen, ob das dritte Gleis auf dem Geislinger Bahnhof überhaupt notwendig ist oder ob es doch gebraucht wird“. Weil aber das neue Konzept erst mit Inbetriebnahme von Stuttgart 21, sprich: des Bahnknotens Stuttgart, greift, wird das Abstellgleis in Geislingen – sofern nötig – erst später kommen.

Doch egal wie die Planungen am Ende aussehen: Der ab 2019 geplante, durchgängige Halbstundentakt des Metropolexpresses auf der Filstalbahn bis Geislingen hätte sich damit vorerst erledigt, „das würde bis 2021 nur bis Süßen laufen. Damit können wir aber nicht zufrieden sein“, betont Binder, der nun darauf drängt, „schnell mit der Bahn zu besprechen, wie sich 2019 doch halten lässt. Wir müssen uns erst selbst einmal ein genaues Bild der Lage machen. Es wird leider immer schwieriger, sich auf Aussagen der Bahn zu verlassen.“

Sollte schlussendlich das dritte Gleis wegfallen, könnten laut Binder Stadt und Kreis dennoch von der chaotischen Entwicklung profitieren. „Das würde zum einen bedeuten, dass der Landkreis drei Millionen Euro spart, weil der den Bau nicht finanzieren muss“, sagt Binder, „zum anderen könnte die Stadt Geislingen das letzte Stück des Tälesbahn-Wegs vom Eybacher Tal zum Bahnhof durchgehend bauen“. Dies ist bislang nicht möglich, weil die Bahn den direkt angrenzenden Teil der ehemaligen Tälesbahn-Trasse – auf ihr verläuft der Rad- und Fußweg durch Geislingen – als Baugrund fürs Abstellgleis benötigt. Weshalb die Stadt als Plan B den Weg nur etwa 600 Meter weiterbauen will.

Nachteil des Ganzen: Die Tälesbahn-Trasse führt in einer relativ moderaten Steigung zum Bahnhof. Würde der letzte Abschnitt auf halber Strecke enden, müssten die Radler und Fußgänger erstmal runter zur Heidenheimer Straße und hätten dort den steilsten Teil dieser Straße erst noch vor sich.

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Kommentare

26.09.2017 09:52 Uhr

Gibt noch keine Planung

Da freut sich der Bürger und wundert sich der brave Häuslebauer. In einer gefühlt sich endlos hinziehenden Baustelle erst 2,8, dann 4,5 , jetzt 6,7 und absehbar wohl noch mehr Milliarden Euro für die angebliche Magistrale Paris-Bratislava, später "Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart verbuddeln - und dann gibts bis heute immer noch keinen Plan für was und wie (bahndeutsch: "Planung ist noch nicht abgeschlossen"). Ich vermute, dass das unbedeutende, nichtmagistrale Geislingen und ähnlich Provinznester niemals eine Rolle bei der politischen Wunsch-Planung von Stuttgart 21 und der dringend nötigen Anbindung der Schwaben an die große weite Welt gespielt haben. Leider verliert Geislingen zusätzlich auch noch die Rekordsteigung einer Bahnstrecke im Ländle - und das geleich doppelt. Die Neubaustrecke nach Ulm und der Fildertunnel von Stuttgartt 21 werden noch steiler sein! Wenn das nicht "Zukunft" ist!

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