Gespannt aufs Wohnen-Plus

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Margret Fetzer studiert den Bauplan des Wohnen-Plus-Hauses.  Foto: 

Margret Fetzer fühlt sich mit ihren 68 Jahren fit. Sie schwimmt und wandert viel. Noch sind Altersgebrechen für sie kein Thema. „Gerade deshalb ist es jetzt ein guter Zeitpunkt, um über das Wohnen im Alter nachzudenken“, sagt die Oberböhringerin. Noch bewältige sie einen Umzug kräftemäßig, noch traue sie sich zu, sich woanders gut einzuleben und neue Kontakte zu knüpfen.

Deshalb gehört Margret Fetzer zur Stammgruppe derjenigen, die sich einen Umzug nach Altenstadt in eine der dreizehn Wohnungen im zukünftigen „Wohnen-Plus-Haus“, dem Mehrgenerationenwohnhaus, vorstellen kann, sobald dieses im Herbst oder Winter dieses Jahres fertiggestellt ist.

„Oberböhringen ist leider kein Ort zum Altern. Vor allem, wenn man alleinstehend ist“, stellt sie fest und begründet dies damit, dass man für alles aufs Auto angewiesen sei. Dabei wohnt die gebürtige Langenauerin bereits seit 1973 in dem Bad Überkinger Teil­ort. Dort – im Berghaus St. Michael – hat sie bis zu ihrem Ruhestand vor drei Jahren auch in ihrem Beruf als Hauswirtschaftsmeisterin gearbeitet.

Im Dorf ist die 68-Jährige verwurzelt. Seit mehr als 25 Jahren gehört sie dem Kirchengemeinderat an. Als Mesnerin sorgt sie mit Hingabe für das Ambiente und kümmert sich um alle Vorbereitungen zu einem Gottesdienst in der Stephanuskirche, darüber hinaus leitet sie den Seniorenkreis im Ort. „Das will ich beides auch in Zukunft noch machen, wenn ich dann in Geislingen lebe“, betont sie. Andererseits freut sie sich aber auch schon auf die Gottesdienste in der Martinskirche.

Wenn es einmal so weit sei, dass sie nicht mehr so fit ist, dann habe sie mit einer barrierefreien Wohnung in der ruhigen und doch zentral gelegenen Wohnanlage einfach entsprechend vorgesorgt. „Diese Idee des gemeinsamen Wohnens unterschiedlicher Generationen hat mich sofort angesprochen“, erzählt Margret Fetzer. Deshalb hat sie sich auch schon relativ früh finanziell engagiert, als das Ganze noch ein Risiko mit gerade mal vier Parteien war, die das Projekt konkret angingen. Dabei sei sie eigentlich kein Abenteuer-Typ, sagt sie und lacht dabei, „im Gegenteil, ich bin sehr auf Sicherheit bedacht“.

Dass sie richtig gehandelt hat, davon ist sie überzeugt. Als ehrenamtliche Nachbarschaftshelferin der Diakonie-Sozialstation kriege sie live mit, wie schwierig selbstständiges Wohnen in nicht altersgerechten Wohnungen ist. „Etwa wenn man auf einen Rollator angewiesen ist.“

Sie sei gespannt, wie es sein wird, wenn mehrere Generationen zusammen wohnen. „Das kommt dann auf jeden Einzelnen an, wie offen er ist und wie sehr wir zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen“, sagt sie und findet bis jetzt alle zukünftigen Mitbewohner, die sie im Rahmen der Planungen und Sitzungen kennengelernt hat, „sehr nett. Ich gehe schon davon aus, dass wir den Gemeinschaftsraum oft brauchen werden. Und dass man sich gegenseitig hilft.“

Ihre zukünftige Wohnung wird etwas kleiner ausfallen als die bisherige. „Aber das Loslassen fällt mir nicht schwer. Ich kann gut entrümpeln. Im schlimmsten Fall brauche ich ein kleineres Sofa.“

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