Lebenshilfe Göppingen im Jubiläumsjahr

50 Jahre alt ist die Lebenshilfe. Das feiert die Kreisvereinigung Göppingen, ruht sich aber nicht aus. Denn große Herausforderungen und viele neue Projekte stehen an. Das wurde bei der Hauptversammlung deutlich.

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50 der mehr als 600 Mitglieder der Kreisvereinigung Göppingen der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung nahmen am Samstag an der Hauptversammlung am Stammsitz in Heiningen teil - unter ihnen Bürgermeister Norbert Aufrecht: "Seit Jahrzehnten leistet die Lebenshilfe hervorragende Arbeit. Bleiben Sie weiterhin so erfolgreich", so lautete sein Wunsch zum 50-Jahr-Jubiläum des Selbsthilfevereins. Aufrecht zog diesen Vergleich: Der Jahresetat seiner Gemeinde Heiningen liege bei rund zwölf Millionen Euro, der der Lebenshilfe bei über 18 Millionen. "Sie sind eine Riesenfirma."

Der Vorsitzende der Lebenshilfe Hans Brodbeck, Geschäftsführer Uwe Hartmann und Verwaltungsleiter Peter Schepky hatten zuvor in ihren Rechenschaftsberichten Bilanz gezogen, das Erreichte dargelegt und auf Neuerungen und Probleme hingewiesen. So nehmen es die Behörden nach der Brandkatastrophe in der Caritas-Einrichtung in Titisee-Neustadt allenthalben mit den feuerpolizeilichen Sicherheitsbestimmungen sehr genau. Das gilt für bestehende Einrichtungen für Behinderte ebenso wie für kommunale Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Teure Nachrüstungen sind oft die Folge, etwa für den geforderten zweiten Fluchtweg.

Die Finanzlage der Lebenshilfe ist bei Ausgaben und Einnahmen von gut 18 Millionen Euro im vergangenen Jahr weiterhin stabil. Wirtschaftsprüfer Dr. Christoph Dorau hob dazu die hervorragende Eigenkapitalquote hervor. Die Pflegesatzverhandlungen zur Refinanzierung seien allerdings nicht einfach, betonte Brodbeck, zumal der Landkreis als ein Hauptkostenträger ja selbst nicht auf Rosen gebettet sei. Anspruch und Ziel der Lebenshilfe müsse es bleiben, die hohe Qualität der hauptamtlichen Mitarbeiter und die gelebte Mitmenschlichkeit in der Einrichtung zu erhalten, sagte Brodbeck.

Die Lebenshilfe betreut gegenwärtig 767 behinderte Menschen - in Werkstätten, Wohnheimen und anderen Einrichtungen. Hinzukommen viele Behinderte und ihre Angehörigen, die bei Bedarf ambulante und offene Hilfen in Anspruch nehmen. 366 fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt die Lebenshilfe - ohne Auszubildende und Praktikanten. Die Personalkosten summieren sich auf 12,6 Millionen Euro.

Weil immer mehr psychisch angeschlagene Menschen zur Lebenshilfe kommen, müssen kurzfristig in Göppingen neue Räume für eine weitere Werkstatt angemietet werden. In Planung ist außerdem ein Werkstattneubau in Süßen. Erst in diesem Jahr ging die neue Werkstatt in Geislingen in Betrieb. Bei der Personengruppe der schwer und mehrfach Behinderten werden ebenfalls Erweiterungen notwendig. Wie Gesamtwerkstattleiterin Christiane Paroch erläuterte, sind Aktenvernichtung, der vorgeschriebene Sicherheitscheck von Elektrogeräten (E-Check) und der Handel mit gebrauchten Büchern übers Internet als weitere Geschäftsfelder vorgesehen. Bürgermeister Aufrecht meldete gleich seine Gemeinde als Kunde für die Aktenvernichtung an.

Wie vom Arbeitsamt gefordert wird die - zertifizierte - Berufsbildung für derzeit 90 geistig behinderte und seelisch kranke Menschen nun als eigenständiger Bereich geführt, und zwar in der früheren Waldeckschule in Jebenhausen.

Im Wohnbereich betreut die Lebenshilfe 154 Menschen stationär in Wohnheimen und in Außenwohngruppen. Für 38 Senioren gibt es eine Tagbetreuung. Eine weitere Außenwohngruppe entsteht in Eislingen, direkt neben dem Lebenshilfeneubau in der Charlottenstraße - Kosten für das Gebäude und den Umbau: 420 000 Euro. 45 Menschen mit Behinderung werden in selbstständigeren ambulanten Wohnformen betreut, darunter eine ganze Wohngemeinschaft in Göppingen. Die Lebenshilfe bietet Wohntraining und eine Wohnschule an. Drei Menschen mit Behinderung fanden Anschluss in Pflegefamilien.

Die Integrationsfirma Pro Move in Heiningen erwirtschaftete 2012 schwarze Zahlen. Das gilt nicht für das - Bioland zertifizierte - Café am Kornhausplatz in Göppingen.

Die Mitglieder bestätigten den bisherigen siebenköpfigen Lebenshilfe-Vorstand mit hohen Stimmenzahlen für weitere drei Jahre im Ehrenamt: Vorsitzender Hans Brodbeck, Göppingen; Stellvertreter Dr. Georg Tenschert, Eislingen; die weiteren Vorstandsmitglieder: Reinhard Goldmann, Uhingen; Bruno Hattler, Wiesensteig; Uli Krauß, Hohenstaufen; Heidi Schindling, Lauterstein; Roderich Schmauz, Bad Überkingen.

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