Landesbester Gießerei-Mechaniker kommt aus Geislingen

Alexander Wacker hat bei Heidelberger in Amstetten Gießereimechaniker gelernt – davor war der 25-Jährige Heilerziehungspfleger.

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Konzentrierte Arbeit: Alexander Wacker ist über Umwege zu seinem Job bei Heidelberger in Amstetten gekommen – seine Abschlussnote hat ihn an die Spitze aller Lehrlinge in seinem Beruf gebracht.  Foto: 

Am Arbeitsplatz von ­Alexander Wacker sprühen die Funken. Es zischt und glüht überall; wer in der Nähe steht, dem läuft innerhalb weniger Sekunden der Schweiß am Rand der vorgeschriebenen Sicherheitsbrille entlang.

Alexander Wacker arbeitet in der Gießerei der Heidelberger Manufacturing Deutschland GmbH in Amstetten. Die Hitze stört ihn nicht. „Im Winter ist das doch von Vorteil“, meint er trocken. Im Juli hat der 25-Jährige seine Gesellenprüfung mit 93 von 100 möglichen Punkten bestanden; das entspricht einer Note von 1,3. Der Punkte-Schlüssel der IHK sei aber viel anspruchsvoller und mit derselben Schulnote nicht zu vergleichen, betont Ausbildungsleiter Dieter Barth.

Alexander Wacker wurde mit dieser Punktzahl landesbester Prüfling in seinem Beruf; mit rund 120 anderen Berufsbesten erhielt er dafür Mitte November bei der Landesbestenfeier der IHK in Rottweil eine Auszeichnung. Beeindruckt war der Geislinger vor allem vom Veranstaltungsort, einem alten Kohlekraftwerk – einer „absolut angesagten, verwitterten Fabrikruine“, wie Wacker sagt.

Mit seiner Berufswahl ist der Wahl-Geislinger, der bald Papa wird, zufrieden. „Mir gefällt die Abwechslung und die Vielseitigkeit“, betont er und beschreibt den Prozess und die Überlegungen, die rund um das bloße Gießen eines Werkstücks notwendig sind.

Seine handwerkliche Begabung erkannte der gebürtige Gerstetter schon als Schüler beim Technikunterricht in der Realschule. Dennoch entschied sich Alexander Wacker nach der Schule zuerst für einen sozialen Beruf und absolvierte nach einem Praktikum in der Heidenheimer Lebenshilfe und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Nikolauspflege eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. „Der Beruf ist o. k. Was mich gestört hat, waren die Rahmenbedingungen“, erklärt er. „Die Arbeitszeiten seien sehr schwierig gewesen, an Wochenende, in Schichten und immer kurzfristig – er habe nie etwas planen können“, sagt er.

Dass Wacker bei Heidelberger auch im Zwei-Schicht-Betrieb arbeitet, stört ihn dagegen überhaupt nicht. „Das Wochenende ist immer frei, und wann ich arbeiten muss, weiß ich weit im Voraus. Das ist gar kein Problem.“

Ob er sich noch zum Meister, Techniker, zum Technischen Betriebswirt oder Fachwirt weiterbilden wird, das weiß Alexander Wacker heute noch nicht. „Jetzt warte ich erst mal ab, bis meine Frau fertig studiert hat. Und dann mal schauen“, sagt er. Über seinen Verdienst sagt er „geht schon“, fügt dann aber grinsend hinzu: „Würde ich klagen, wäre das ein Heulen auf hohem Niveau.“

Vier weitere Azubi von Heidelberger in Amstetten haben neben Alexander Wacker ihre Gesellen-Prüfung mit der Note 1,6 oder besser bestanden.

Landesbester unter den Fertigungsmechanikern wurde der Eislinger Luca Schanzel, der die Gewerbliche Schule in Geislingen besucht und den die GZ bereits Ende November vorgestellt hat.

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