Kritisches zur Jeans

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Göppingens OB Guido Till eröffnete jetzt im Atrium des Göppinger Rathauses die Ausstellung "Im Fadenkreuz - Hintergründe der Bekleidungsindustrie", die bis zum 28. März besichtigt werden kann (wir berichteten).

Die Ausstellung verdeutlicht an der von vielen heiß geliebten Jeans beispielhaft die Globalisierung der Bekleidungsindustrie. Saskia Krämer von "finep", einer gemeinnützigen Projekt- und Beratungsorganisation im Bereich Entwicklungs- und Umweltpolitik, die die Ausstellung entwickelt und konzipiert hat, führte die Besucher sachkundig in die globalen Zusammenhänge ein. Beim Studieren der Stellwände beginnt sich so mancher in seiner Jeans unwohl zu fühlen. Wem ist schon bewusst, dass für den Anbau der Baumwolle für das gute Stück rund 8000 Liter Wasser verbraucht werden und dass für Anbau und Ernte häufig Kinder eingesetzt werden, die oft in Schulknechtschaft Darlehen ihrer Eltern abarbeiten. Kaum einer weiß auch, dass Jeans oft eine Reise von 19 000 Kilometern hinter sich haben bis sie in unserem Kleiderschrank landen. Grund der weiten Wege ist, dass 90 Prozent unserer Kleidung in Niedriglohnregionen wie Südostasien oder Südamerika von Mädchen und Frauen unter miserablen Arbeitsbedingungen zusammengenäht wird. Staunend betrachten die Ausstellungsbesucher eine Jeans, auf der Prozentzahlen zu lesen sind. 50 Prozent ihrer Kosten verschlingen der Einzelhandel für Personal, Miete, Verwaltung; Steuern und Gewinn, 25 Prozent das Design, das Label und die Werbung, elf Prozent der Transport. Die Materialkosten liegen bei 13 Prozent, für die Lohnkosten bleibt ein Prozent.

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