Kritik zu spätem Einsatz des Winterdienstes

Ist beim starken Wintereinbruch die Straßenmeisterei Geislingen in der Frühe des 29. November rechtzeitig ausgerückt? Darüber und über den damaligen Straßenzustand gehen die Meinungen weit auseinander.

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Winterdienst  Foto: 

Hat die Straßenmeisterei Geislingen nach dem kräftigen Wintereinbruch in der Nacht zum 29. November zu spät mit dem Schneeräumen begonnen? Diesen Vorwurf erhob, wie berichtet, der Geislinger FW-Stadtrat Jörg Bopp. Er verwies darauf, dass noch um 9 Uhr 20 Zentimeter Schnee auf der Ditzenbacher Steige lagen, und dass die Türkheimer Steige und die B10 blockiert waren

Auf Nachfrage der Stadtverwaltung wies die Straßenmeisterei dies klar zurück. „Unsere zu betreuenden Straßen sind stets in einem befahrbaren Zustand“, ließ Alexander Neßler von der Straßenmeisterei in einer Mail wissen. Er gab zu bedenken: Die Mengen an Schnee, die damals niedergegangen seien, „werden wir genauso wie die Stadt Geislingen nicht in dem Moment, wo er fällt, wieder von der Fahrbahn bekommen“. Die Anfrage, dem Gemeinderat darüber regelmäßig zu berichten, lehnt Neßler ab.

Nun sieht sich Bopp durch Auskünfte des Geislinger Polizeireviers voll bestätigt und die Behauptung der Straßenmeisterei zu den jederzeit befahrbaren Straßen widerlegt. Auf Nachfrage der Stadtverwaltung teilte Revierchef Manfred Malchow mit, dass die Straßenmeisterei zum ersten Mal um 4.10 Uhr von der Polizei gebeten worden sei, die Geislinger Steige zu räumen, weil dort zwei Lastwagen nicht weiterkamen. Um 4.29 Uhr habe die Straßenmeisterei mitgeteilt, dass ein Räumfahrzeug einen technischen Defekt habe, der erst repariert werden müsse. Malchow in seinem Bericht: "Um 4.45 Uhr waren bereits sieben Lkw in der Steige hängen geblieben."

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben, erläutert Malchow, würden die Straßenmeistereien vorrangig die Bundesstraßen, die Umleitungsstrecken der A 8 sowie Steig- und Gefällstrecken räumen und streuen. Nachts findet von 22 bis 4 Uhr kein Räum- und Streudienst statt. Nur in Notlagen, zum Beispiel bei überfrierendem Regen, rücke die Straßenmeisterei auch dann aus.

Wenn wegen quer stehender Fahrzeuge Straßen gesperrt und das Technische Hilfswerk zum Einsatz kommt, werden laut Malchow die Kosten der Straßenmeisterei in Rechnung gestellt.

Jörg Bopp sieht sich also bestätigt. Zum Hinweis auf ein defektes Räumfahrzeug meint er verwundert: "In der Straßenmeisterei stehen vier Fahrzeuge mit Winterausrüstung."

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