KOMMENTAR · UNFALLSTATISTIK: Tragische Schicksale

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Derzeit schauen wir tief betroffen nach Siders in der Schweiz. Fassungslos macht uns das verheerende Busunglück, das 22 Kindern und sechs Erwachsenen das Leben gekostet hat. Über die Ursache der Katastrophe wird noch gerätselt. War es eine nur kleine Unaufmerksamkeit des Fahrers, wie es Gerüchte wissen wollen?

Die Unfallstatistik der Göppinger Polizei fürs vergangene Jahr nimmt sich da - Gott sei Dank - unspektakulär aus. 2011 starben bei Verkehrsunfällen auf den Straßen im Kreis samt den 64 Autobahnkilometern im Zuständigkeitsbereich der Göppinger Direktion "nur" vier Menschen. Das sind erfreulich wenige - bedenkt man, dass im Kreis 196 000 Fahrzeuge zugelassen sind, darunter knapp 145 000 Pkw - und das bei 252 000 Kreisbewohnern. Erfreulich wenige Verkehrstote sind zu beklagen, im Vergleich zu Zahlen, die in früheren Jahrzehnten üblich waren, als Fahrzeuge viel schlechter gesichert waren und man schneller und staufreier fuhr.

Vier Verkehrstote sind dennoch vier zu viele, zumal jeder Einzelfall ein tragisches Schicksal ist: Da war der 79 Jahre alte Geisterfahrer, der auf der Autobahn einen Frontalzusammenstoß verursachte und starb; oder der 24-jährige Radler, der - ohne Helm - auf einem Radweg vor Donzdorf so unglücklich stürzte, dass er Tage später verstarb; oder der 35 Jahre alte Traktorfahrer, dessen Gefährt auf der Nordalb umstürzte und den Fahrer unter sich begrub; ein nicht angeschnallter 20-Jähriger kam bei Bad Ditzenbach ums Leben. In der offiziellen Verkehrsunfallstatistik 2011 berücksichtigt die Polizei nicht den Fall des 19-Jährigen, der in Geislingen auf der Deichsel eines Lastwagen-Gespanns als blinder Passagier mitfuhr, stürzte und zu Tode kam.

Fahrlässigkeit, Unbesonnenheit, mangelnde Vorsicht, manchmal nur eine kleine Unaufmerksamkeit - das kann im Straßenverkehr fatale Folgen haben, für Unfallverursacher und völlig Unschuldige. Zu Recht ist die Polizei darüber beunruhigt, dass 2011 mit 195 Personen mehr Unfallbeteiligte schwer verletzt wurden als im Jahr davor. Ursache Nummer eins ist zu hohe Geschwindigkeit, jeder vierte Unfall ist darauf zurückzuführen, junge Autofahrer sind überproportional beteiligt.

Eine andere Zahl aus der Unfallstatistik der Polizei erschreckt mindestens ebenso: Nahezu jeder vierte Unfallfahrer hat sich aus dem Staub gemacht. Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt, mahnt die Polizei. Grundsätzlich gilt: Wenn man Mist gebaut hat, sollte man gefälligst dazu stehen und den angerichteten Schaden wieder gut- machen.

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