KOMMENTAR · SOMMERPAUSE/KUNSTRASEN: Sommerpause war früher

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Nach der Saison ist vor der Saison. Am vergangenen Sonntag endete das offizielle Fußballjahr 2012/13 mit den letzten Relegationsspielen, heute in einer Woche spielt der SC Geislingen gegen Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim zur Vorbereitung auf die kommende Runde.

Sommerpause war früher, endlich nehmen die Terminplaner Rücksicht auf die wahren Fans, denen schon die kurze Pause über Ostern oder Pfingsten ein Gräuel ist. So wenige gibt es gar nicht davon. Am vergangenen Wochenende kamen zu den Relegationsspielen nach Süßen 700 und nach Eislingen gar 1000 Zuschauer, für das SC-Spiel gegen Hoffenheim sind schon jetzt fast alle 550 Tribünenkarten vergriffen. Die Veranstalter rechnen mit 2000 Besuchern.

Der Bedarf an Fußball ist vorhanden. Jetzt muss er nur noch optimal abgedeckt werden. Mit der Landesliga, in der sich der SC jetzt tummelt, muss das Limit noch längst nicht erreicht sein. Die Region giert nach attraktivem Fußball, sie würde auch einen Verbands- oder gar Oberligisten tragen. Das wissen die Verantwortlichen beim SC Geislingen, von denen manche offen von einer Rückkehr in die Oberliga träumen. Der scheidende und jetzt ins Management wechselnde Trainer Andreas Strehle ist nur einer von ihnen.

Strehle arbeitet jetzt an den Rahmenbedingungen und kümmert sich fortan um Steine statt um Beine. Er und Stefan Mayer verantworten den geplanten Umbau des Areals, an dessen Ende ein neuer Kunstrasenplatz stehen soll. Den braucht der Verein, um das Ground-Hopping zu Trainingszwecken zu beenden. Im Winter fuhren die Spieler bis nach Bartholomä, um überhaupt trainieren zu können - hin und zurück 44 Kilometer. Punktspiele im Eybacher Tal sind zwischen November und März so selten wie ein regenfreies Geislinger Frühlingsfest.

Selbst die TSG Hoffenheim will mit dem Ex-Geislinger Markus Gisdol als Trainer ihren Beitrag leisten und verzichtet auf ein Salär für ihren Auftritt kommenden Samstag. Die Einnahmen, die der SC mit diesem Spiel generiert, sind nur ein Tropfen im Meer der Kosten, die ein solches Projekt verschlingt. Neben der klammen Stadtkasse sind potente Sponsoren gefragt, die für den Bau des Kunstrasens mit gerade stehen sollen.

In Sachen Gegenleistung ließe der SC bestimmt mit sich reden. Warum sollte der Kunstrasen nicht WMF-Arena oder MAG-Stadion heißen? In der Oberliga würde sich an solcher Namensgebung ganz sicher niemand mehr stören.

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