Kirche beklagt starken Mitgliederschwund

Die evangelische Kirche hat in den 26 Gemeinden des Dekanats Geislingen seit 1994 fast ein Drittel ihrer Mitglieder verloren. Der sonntägliche Kirchenbesuch ist sehr gering. Das zeigen neue statistische Zahlen.

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So voll wie beim Gustav-Adolf-Fest im Juli 2009 (unser Bild) ist die Geislinger Stadtkirche nur selten. Der sonntägliche Kirchenbesuch ist sehr gering. Foto: Archiv

Der Mitgliederschwund in den 26 Kirchengemeinden des evangelischen Kirchenbezirks Geislingen ist enorm. Hauptgrund sind nicht die Austritte aus der Kirche. Das waren im vergangenen Jahr 114 - bei insgesamt 28 083 Gemeindegliedern. Den Löwenanteil macht der demografische Wandel aus: 219 Taufen stehen 330 Beerdigungen gegenüber.

Ein Trend, der sich auch landesweit bemerkbar macht. Laut Anita Gröh von der Landessynode kommen in der Landeskirche 19 000 Taufen auf 27 000 Bestattungen; Zukunftsprognosen gingen von durchschnittlich 500 Taufen weniger pro Jahr aus.

In der Geislinger Gesamtkirchengemeinde bezeichneten sich 2011 27 Prozent weniger Menschen als noch 1994 als evangelische Gemeindeglieder. Neben mehr Todesfällen als Geburten fallen Wegzüge ins Gewicht. Statt 9168 zahlen jetzt noch 6671 Gemeindeglieder Kirchensteuer. Während auch Kuchen, Bad Überkingen, Gruibingen und Süßen einen größeren Gemeindeschwund hinnehmen mussten, bleiben die Zahlen auf der Alb oder in den kleineren Filstalgemeinden großenteils konstant. Denn "auf dem Land" werden noch mehr Kinder geboren, außerdem wurden dort Neubaugebiete ausgewiesen, in denen sich vorwiegend junge Familien ansiedelten.

Es waren im vergangenen Jahr auch Kircheneintritte im Kirchenbezirk zu verzeichnen: 21 Frauen und neun Männern war es wichtig, der evangelischen Kirche beizutreten. 334 Konfirmanden bestätigten 2011 ihre Taufe. Das seien auffällig viele, sagt Dekanin Gerlinde Hühn. Sie sieht den Grund in den geburtenstarken Jahrgängen der Elterngeneration dieser 14-Jährigen. 68 Paare ließen sich mit kirchlichem Segen trauen - eine Zahl, die ebenfalls Jahr für Jahr zurückgeht.

In den 30 Kirchen des Bezirks wurden im Lauf des vergangenen Jahres 1581 reguläre Sonntagvormittag-Gottesdienste angeboten. Davon waren 126 Familiengottesdienste, 24 Jugendgottesdienste.

Die Zahl der Gottesdienstbesucher schwankt stark. Zwischen einem "normalen" Sonntagvormittag und den Heiligabend-Besucherzahlen liegen tausende. Während an einem sogenannten Zählsonntag (erster Sonntag in der Passionszeit) in alle Gottesdienste im Bezirk gerade mal 860 Besucher kamen (drei Prozent der Gesamt-Gemeindeglieder), waren es an den Heiligabend-Gottesdiensten 30 Prozent (8477). Es gab 63 Sonn- und Feiertage im Jahr, an denen Gottesdienste angeboten wurden.

Interessant ist auch diese Zahl: 1793 Menschen bringen sich im Kirchenbezirk offiziell als Ehrenamtliche ein, darunter 1333 Frauen und Mädchen.

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