Kindergarten: Vom Stift in Container

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Im Oktober ist im Gussenstadter Kindergarten eine Wasserleitung geplatzt und hat einen Sachschaden von 90 000 bis 100 000 Euro verursacht. Das Wasser hat sich laut Ortsbaumeister Bernd Müller „langsam und leise triefend“ ausgebreitet. Wie er in der Sitzung des Ortschaftsrates berichtete, hat das Wasser die Wände aus Gips-Karton durchfeuchtet und Schimmelbildungen hervorgerufen. Die Sporen des Schimmelpilzes seien nach Einschätzung der Fachleute extrem gesundheitsschädlich. Ein Abbruch des ohnehin altersschwach gewordenen Gebäudes sei nach Beurteilung von Fachleuten daher unumgänglich.

Inzwischen sind die beiden Kindergartengruppen im Ursula-Stift untergebracht worden. Dort stehen zwei Versammlungsräume zur Verfügung, für die Kinder gibt  es das Behinderten-WC und für die Allerkleinsten einen Wickeltisch. Wenn das Wetter nicht mitspielt, darf in der Jakobshalle herumgetollt werden.

Der Schaden im Kindergarten und der Umzug ins Stift sei in Gussenstadt in aller Munde, stellte Georg Jäger fest: „Nur wir Ortschaftsräte sind darüber nicht informiert worden“, hielt er Ortsvorsteher Werner Häcker vor und war ob des Versäumnisses  „tief verletzt“. Auch Jägers Kollegen bemängelten den fehlenden Informationsfluss. Häcker, der bei Besichtigung des Schadens durch kirchliche Vertreter dabei war, verwies  auf die Zuständigkeit der Kirche und sah die Verantwortung der bürgerlichen Gemeinde nur dort, wo es um die Unterbringung für die Kinder gehe. Einen Vor-Ort-Termin habe er nicht für erforderlich gehalten „oder hätten wir etwa Schimmel und Pilzsporen  besichtigen sollen“?

Nachdem die Gemeinde in naher Zukunft eine neue Mehrzweckhalle in Kombination mit einem neuen Kindergarten bauen wolle, stehe man vor dem Dilemma, für die Dauer von rund dreieinhalb Jahren eine kostengünstige Übergangslösung zu finden, beschrieb Häcker die Lage.  Der Betrieb des Kindergartens im Ursulastift sei nur ein Notbehelf. Da auch ein Ausweichen ins Grundschulgebäude nach gründlicher Überprüfung nicht möglich sei, komme nur eine Container-Lösung in Betracht. Für die beiden Gruppen benötige man 14 bis 16 Container-Elemente, die man zu einem Gebäude zusammenfüge, erläuterte Häcker. Um den Spielbereich des bestehenden Kindergartengeländes weiter nutzen zu können, käme als Standort allein die Wiese zwischen Schule und Bolzplatz infrage. „Dann bleibt aber nicht mehr viel Grün übrig“, bedauerte Thomas Thierer. Das Gremium beschloss schließlich, dem Gemeinderat nun die Con­tainer-Lösung beim Schulhaus zu empfehlen.

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