Jobcoach vermittelt Bodelschwinghschülern Berufspraktika

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Die Geislinger Bodelschwinghschule bereitet momentan 45 Schüler – plus 13, die in allgemeinen Schulen inklusiv unterrichtet werden – auf das spätere Leben vor. Sie vermittelt den jungen Menschen mit geistiger Behinderung die Kompetenzen, die sie für den Übergang in die Erwachsenenwelt benötigen. Im Freizeitbereich genauso wie im sozialen Bereich oder im Arbeitsleben.

Bodelschwingschüler müssen nicht automatisch in einer Werkstatt für behinderte Menschen landen. „Wir haben ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Visier“, sagt Manfred Begenat, „die Schüler sollen die Betriebswelt zumindest kennen lernen.“ Nur durch konkrete Anschauung und Mitmachen seien sie in der Lage, Vorstellungen zu einem Beruf zu entwickeln, die sie rein durch Erklärungen nie entfalten könnten. Dafür braucht es einen Jobcoach. Aus dem Lehrerpool sei dieser Einsatz nicht möglich, macht Begenat deutlich: „Die Intensität dieser Aufgabe ist riesig.“

Seit einigen Jahren übernimmt diese Aufgabe Elke Scholz-Helmle, eine ausgebildete Sozialpädagogin der Lebenshilfe. Mit der Lebenshilfe hat die Bodelschwinghschule einen Kooperationsvertrag, der den Jobcoach für fünf bis zehn Stunden pro Woche „engagiert“. Finanziert wird dies durch den Förderverein EFF (Eltern/Freunde/Förderer) der Bodelschwinghschule, der damit jedoch an seine Grenzen stößt.

Das Ziel liegt darin, den Schülern im Lauf der Klassen 10 bis 12 jeweils drei oder vier Praktika zu ermöglichen, möglichst auch denjenigen, die schwächer sind als manche ihrer Klassenkameraden. Manfred Begenat: „Der Jobcoach ist immer auf der Suche nach neuen Betrieben, die offen sind, unseren Schülern eine Chance auf Berufserkundung zu geben. Auch bemüht er sich, jene Unternehmen zu erhalten, die das schon getan haben.“

Dies werde allerdings immer schwieriger, weil die Anforderungen an die Mitarbeiter in den Betrieben immer höher würden. So bleibe immer weniger Zeit, sich auch noch um Praktikanten mit erhöhtem Betreuungsbedarf zu kümmern. „Es gehört auch eine gewisse Offenheit im Umfeld des Arbeitsplatzes dazu“, sagt der Pädagoge. Oft seien es kleinere Betriebe, die bereit sind, einen Bodelschwingh-Schüler aufzunehmen. „Der Schüler geht gemeinsam mit dem Jobcoach erst einmal zum Betrieb, damit sich alle gegenseitig kennenlernen können“, erklärt Begenat. „Dann schauen wir, ob ein Orientierungspraktikum überhaupt möglich ist.“ Wenn ja, bleibe der Jobcoach so lange mit vor Ort, wie es notwendig sei – manchmal reiche eine Begleitung beim ersten Treffen, manchmal seien es mehrere Tage.

Begenat wünscht sich, dass alle Personalverantwortlichen wenigstens die Möglichkeit in Betracht ziehen, ob es nicht doch irgendwo im Betrieb eine Gelegenheit zur Mitarbeit für seine Schützlinge gibt. „Ohne Hilfe haben sie gar keine Chance auf Teilhabe. Sie brauchen diese Offenheit, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.“

Praktika Job-Möglichkeiten gibt es etwa in diesen Bereichen: Gastronomieküchen, Hausmeister, Backstuben, Einzelhandel, Firmen-­Lager, Gärtnereien, Kfz-Werkstätten, Bauhof, Renovier- und andere Handwerksbetriebe. Wer eine freie Praktikumsstelle hat,
kann sich an Elke Scholz-Helmle ­wenden: ☎ (07331) 6 17 50.

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