INTERVIEW · VOLKER MÜNZ: "Viele Themen werden verdrängt"

44 Mitglieder haben den Kreisverband Göppingen der "Alternative für Deutschland" gegründet und Volker Münz zum Direktkandidaten gewählt. Im Interview erzählt er von Hürden und Hoffnungen der AfD.

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Herr Münz, laut aktueller Umfragen ist der kurze Höhenflug der AfD schon wieder gestoppt. Glauben Sie noch an den Wahlerfolg?

VOLKER MÜNZ: Ja, wir glauben fest daran. Bisher waren wir flächendeckend noch nicht so bekannt. Dazu kommt, dass bei den Umfragen der großen Institute immer nur nach den bereits im Parlament vertretenen Parteien gefragt wird. Man muss also schon von sich aus die AfD nennen. Wir gehen fest davon aus, dass wir die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, wir rechnen mit einem zweistelligen Ergebnis.

Bei der Gründungsversammlung des Kreisverbands waren 19 stimmberechtige Mitglieder. Das klingt nicht gerade nach Aufbruchstimmung.

MÜNZ: Insgesamt sind wir 44 Mitglieder im Kreis.

Die Zeit wird knapp. Bis 15. Juli müssen Sie alle Unterlagen zur Wahlzulassung zusammenhaben. Wie wollen Sie das schaffen?

MÜNZ: Im Wahlkreis brauchen wir 200 Unterstützerunterschriften für den Direktkandidaten. Das ist mit einem großen Aufwand verbunden und deshalb die größte Hürde. Wir werden aber jetzt beginnen, Unterschriften zu sammeln.

Die AfD wird bisher nur wegen ihrer scharfen Eurokritik wahrgenommen. Wie wollen Sie erreichen, dass man sie als Partei auch auf anderen Themenfeldern ernst nimmt?

MÜNZ: Die Euro-Krise ist derzeit das drängendste Thema, die momentane Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht gibt uns dazu recht. Die Produktivitätsunterschiede im Euroraum können nicht durch Wechselkurse ausgeglichen werden und suchen sich andere Ventile - etwa die hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenländern. Auch bei anderen Themen ist es immer das gleiche Muster: Viele Themen werden von den etablierten Parteien verdrängt, nicht zugelassen oder tabuisiert. Die Sorgen der Bürger werden nicht ernst genommen oder diffamiert, Fachleute ignoriert. Wir wollen uns dieser Themen annehmen, die stehen bei uns im Wahlprogramm: beispielsweise die steigende Staatsverschuldung, die ungesicherte Finanzierung der zukünftigen Renten oder die unkontrollierte Einwanderung. Wir wollen keine Parallelgesellschaften.

Neue Parteien, die langfristig erfolgreich waren, wurzelten bisher immer in einer breiten Bürgerbewegung. Welche Bürgerbewegung steckt denn hinter Ihrer Partei?

MÜNZ: Wir sind eine neue Bürgerbewegung mit großem Zulauf aus allen Richtungen der Gesellschaft. Wir wollen den Wählern jene Alternativen bieten, die ihnen die etablierten Parteien hartnäckig vorenthalten.

Zur Person vom 19. Juni 2013

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