Infos für Frauen

Depressionen, Schwindel, Stürze - wer denkt bei diesen Symptomen an Blasenschwäche? Eine Infoveranstaltung in der Geislinger Helfenstein Klinik soll am Freitag um 16 Uhr aufklären.

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In Deutschland sind knapp acht Millionen Menschen von Blasenschwäche betroffen. Das Wort "Schwäche" ist jedoch irreführend.

Die Wahrheit aber ist: Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die ernst zu nehmende gesundheitliche Folgen hat. Für Frauen ist das Risiko besonders hoch. Dr. Theodor Dinkelacker, Chefarzt der Gynäkologie an der Helfenstein Klinik in Geislingen: "Bis vor Kurzem waren uns die Zusammenhänge zwischen Depressionen, Schwindel, Stürzen und der Inkontinenz nicht so deutlich. Doch Studien und Zahlen sprechen eine klare Sprache."

Die kommende Weltkontinenzwoche biete eine gute Möglichkeit, Frauen über die Erkrankung aufzuklären. Denn obwohl es zahlreiche Möglichkeiten zur effektiven Behandlung gebe, suchten die betroffenen Frauen oft erst nach einem jahrelangen Leidensweg einen Arzt auf.

Für viele Betroffene im höheren Alter ende der Weg im Altersheim: Inkontinenz ist der häufigste Grund für eine Heimeinweisung, da die Pflege im eigenen Zuhause nicht mehr zu leisten ist.

Dinkelacker wird bei seinem Vortrag die drei Arten der Harninkontinenz erläutern und unterscheiden: die Dranginkontinenz, die Belastungsinkontinenz und eine Mischform aus beiden.

Lediglich 17 Prozent aller betroffenen Frauen leiden unter einer reinen Dranginkontinenz.

Bei der Belastungsinkontinenz, die am häufigsten vorliege, komme es, ohne dass ein Harndrang verspürt werde, während körperlicher Anstrengung, Niesen oder Husten zu unwillkürlichem Harnverlust. Die Ursache liege in den meisten Fällen bei einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur oder einer generellen Bindegewebsschwäche.

Wenn herkömmliche Verfahren (Beckenbodentraining, Änderung des Lebensstils, Gewichtsreduzierung) erfolglos sind, setzt Dinkelacker minimal-invasive Verfahren ein: "Wir haben die Möglichkeit, zwei schonende, aber effektive Operationsverfahren anzuwenden. Zum einen implantieren wir dünne Netzbänder spannungsfrei im mittleren Harnröhrensegment. Beim zweiten Verfahren nutzen wir die Injektionstherapie und spritzen einen sogenannten Bulking Agent in die Wand der Harnröhre. Die Polster, die entstehen, verengen die Harnröhre. Die Behandlungen sind beide komplikationsarm, sehr erfolgreich und für die Patientin kaum belastend."

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