Huldigung eines großen Meisters

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Mit einem Orgelkonzert in Eybach gedachte die Organistin Ursula Vinzenz des 332. Geburtstages von Johann Sebastian Bach. Die Vorträge waren des großen Meisters würdig.

 Bereits zum vierten Mal ehrte Vinzenz den großen Johann Sebastian Bach an seinem Geburtstag mit einem Orgelkonzert in der Eybacher Christuskirche. Und die Vorträge am Dienstagabend, Bachs 332., ließen über den Meister wieder nur staunen: Je oller, desto doller.

Dazuhin hatte Ursula Vinzenz ihr Huldigungs-Programm angereichert durch zwei weitere Komponisten, die als Zeitgenossen durchaus Einfluss ausgeübt haben auf den jungen Bach: Dietrich Buxtehude und Nicolaus Bruhns.

Der 20-jährige Johann Sebastian, damals Organist in Arnstadt, hatte einen vierwöchigen Urlaub bean­tragt und diesen auf vier Monate ausgedehnt. Im Rats­protokoll ist seine Rechtfertigung festgehalten: „Er sey zu Lübeck geweßen umb daselbst ein und anderes in seiner Kunst zu begreiffen“.

Die Angabe Lübeck meinte den an der dortigen Kirche Sankt Marien tätigen, sehr berühmten Dietrich Buxtehude. Dass es bei diesem Hauptvertreter der norddeutschen Orgelschule viel zu lernen gab, bewies die Organistin mit ihrem Vortrag von dessen Präludium e-Moll und den Choralvariationen „Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not“.

Da gab es viel kompositorische Modernität zu bestaunen, und wer einmal in der Marienkirche neben dem Buddenbrookhaus gewesen ist, kann sich ausmalen, wie eindrucksvoll die Klangpracht von Buxtehudes Spiel gewirkt haben dürfte.

Einer von Dietrich Buxtehudes Lieblingsschülern war der aus einem schleswig-holsteinischen Musikergeschlecht stammende Nicolaus Bruhns, und dessen Präludium in e-Moll mit einem schnatternd-tschilpenden Fugenthema bezeugte Kühnheit und großes Selbstbewusstsein des nur 31 Jahre alt gewordenen Komponisten.

Nun aber zum Geburtstagsjubilar Bach! Neben dessen Choralbearbeitungen BWV 640, 1104 und 1120 spielte Ursula Vinzenz die Triosonate IV BWV 528 sowie Präludium und Fuge BWV 548 in e-Moll. Mit diesem ausgedehnten und höchst komplexen, in genialer Faktur sich präsentierenden Werk führte die Organistin ihr Konzert zum krönenden Höhepunkt und ließ ob der überquellenden Fülle fast erschlagene Zuhörer zurück.

Auflockerung erfuhren die Orgelvorträge durch Lesungen, die Bedenkenswertes zum Stichwort Zeit aus Bibel, Gesangbuch und Michael Endes „Momo“ brachten und den sehr gelungenen Abend abrundeten.

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