Hohenstaufen bleibt tabu

Noch ist völlig unklar, ob und wo auf Göppinger Markung Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Doch in einem Punkt sind sich die Stadtpolitiker einig: Der Hohenstaufen bleibt tabu.

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Die Liebe zur Windkraft ist nicht bei allen Göppinger Stadträten gleichermaßen ausgeprägt. In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats ging es um das Standortkonzept der Stadt für Windkraftanlagen, das die Verwaltung in den kommenden Wochen erarbeiten will. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus.

Wolfgang Aupperle warnte vor einer Vorreiter-Rolle der Stadt, meinte aber: "Wir müssen uns wohl oder übel mit dem Thema beschäftigen." Christoph Weber, der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, betonte dagegen: "Man schafft die Energiewende nicht, indem man nur die Atomkraftwerke abschafft. Man muss auch Alternativen bieten." Immerhin: Weber sorgte dafür, dass den Kollegen von der politischen Konkurrenz ein Stein vom Herzen fiel. Denn auch für die Grünen scheiden Rotoren auf dem Göppinger Hausberg aus. Der Hohenstaufen bleibt für Windkraftanlagen tabu. Schließlich soll der 684 Meter hohe Zeugenberg touristisch weiter aufgewertet werden.

Ob sich andere Orte auf Göppinger Markung für Windkraft eignen? Stadtplanerin Eva Noller kündigte an, dass genau das mithilfe von Fachleuten genau untersucht werden soll. Schließlich geht es nicht nur darum, gewisse Abstände zu Siedlungsrändern, Aussiedlerhöfen und Hubschrauberlandeplätzen einzuhalten sowie die Lage von Naturschutzgebieten zu berücksichtigen. Es geht vor allem auch um die Frage der Wirtschaftlichkeit. Ab einer Windgeschwindigkeit von 5,2 Metern pro Sekunde, gemessen 100 Meter über dem Boden, lohne sich der Betrieb einer Anlage, erläuterte Noller. Füllt man alle Kriterien oben in die "Prüfmaschine" ein, kommen unten nicht gerade viele Flächen heraus, die innerhalb der Göppinger Stadtgrenzen für Windkraftanlagen in Betracht kommen. Doch deshalb keine Standorte auszuweisen, davon riet die Stadtplanerin ab. Der Gemeinderat folgte ihr in dieser Sichtweise. Lieber will man Flächen benennen, denn ab 1. September - so sieht es die geplante Änderung des Landesplanungsgesetzes vor - sollen Windkraftanlagen im sogenannten Außenbereich grundsätzlich zulässig sein. Aktuell sei eine Fristverlängerung bis Ende Dezember im Gespräch, erklärte Noller. So oder so: Die Gemeinden können dann künftig auch die Flächen für regional bedeutsame Anlagen im Flächennutzungsplan selbst festlegen. Der Verband Region Stuttgart bereitet eine entsprechende Änderung des Regionalplans vor. Dazu wird in den Rathäusern nachgefragt, ob es bereits Planungen gebe. Wäschenbeuren und Wangen haben Flächen gemeldet - Göppingen noch nicht.

Oberbürgermeister Guido Till rechnet nicht mit einem Ansturm der Investoren. "Was die Möglichkeiten der Windkraft in Göppingen angeht, müssen wir die Kirche im Dorf lassen", sagte Till. Wenn zum Beispiel die Hochschule eine Anlage auf ihrem Gelände errichten wolle, dann geschehe dies "aus rein wissenschaftlichen Zwecken". Private Investoren dagegen schauten sehr genau auf den Ertrag einer Anlage. Und der dürfte sich aufgrund der Göppinger Topografie an den meisten Standorten in Grenzen halten.

Allerdings will man im Göppinger Rathaus vorbereitet sein, wenn Anfragen kommen. Baubürgermeister Olav Brinker rechnet beispielsweise damit, dass in Göppingen "die eine oder andere Anlage" eines Enthusiasten entstehen könnte.

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