Hochschultage mit spannenden Schülertexten

Zum Abschluss der Geislinger Hochschultage stehen vier Schülerinnen im Mittelpunkt: Sie beschäftigten sich damit, wie man erfolgreich ein Unternehmen führt.

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Rainer Nübel interviewt Hannah Weilguni (von links), Anja Mende, Jenny Caspari, Larissa Staudenmaier und Jasmin Spengler.  Foto: 

Was haben die katholische Kirche, ein Süßener Stoffhersteller, eine Bloggerin und eine US-amerikanische Vampirbuchreihe gemeinsam? Mit ihnen haben sich während der vergangenen Monate vier Schülerinnen des Geislinger Michelberg-Gymnasiums, des Sozial- und des Wirtschaftsgymnasiums sowie der Emil-von-Behring-Schule beschäftigt.

Für das Storytelling-Projekt des HfWU-Dozenten und Journalisten Rainer Nübel untersuchten sie, welche Faktoren dabei helfen, ein Unternehmen erfolgreich zu führen, wo Probleme liegen und wie wichtig Innovationen und Leidenschaft sind, um auf dem Markt zu bestehen.

Nübel unterrichtet auch Studenten an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; seine Intention ist es, junge Menschen in ihrer Lese-, Recherche- und Schreibkompetenz zu fördern. Daran hapere es nämlich oft, sagt der Mitbegründer der Reutlinger Agentur „Zeitenspiegel“: Informationen zu beschaffen und richtig einzuordnen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen – und eine Geschichte so spannend und lebendig zu erzählen, dass sie von ihren Lesern verschlungen wird. Den vier Schülerinnen Jasmin Spengler und Larissa Staudenmaier (MiGy, Thema Kirche), ­Jenny Caspari (WG, Vampirgeschichten), Anja Mende (EvB, ­Firma Weidmann) und Hannah Weilguni (SG, Bloggerin) sei dies gelungen, lobte Nübel die Teilnehmerinnen bei der Abschlussveranstaltung der Hochschultage vergangene Woche: „Die Themen sind betriebswirtschaftlich relevant und gut geschrieben – das erfordert Respekt.“

Die Besucher konnten sich die Texte im Kapellmühlsaal im Anschluss an die Abschlussveranstaltung ganz in Ruhe durchlesen; davor gaben die Autorinnen auf der Bühne in lockeren Kurz-Interviews mit Rainer Nübel Einblicke in ihre Recherchewege und Erlebnisse. Die 16 und 17 Jahre alten Schülerinnen standen Nübel bemerkenswert souverän und eloquent Rede und Antwort und erhielten für ihre leidenschaftlichen Antworten viel Applaus vom Publikum, das zum Großteil aus Angehörigen und Freunden der Jugendlichen bestand.

Jasmin Spengler und Larissa Staudenmaier wählten das Bild vom verwahrlosten Friedhof und der knarrenden Kirchentür als Einstieg in ihre Geschichte über die katholische Kirche (Nübel: „Sehr eindrücklich und schön formuliert“). Jenny Caspari erklärte, dass die Vampirgeschichten von Cloe Neill tatsächlich Tipps für eine erfolgreiche Unternehmensführung enthalten: „Soft facts wie die Wertschätzung der Mitarbeiter sind ganz wichtig“, sagte sie. Und: „Man muss für seine Idee, sein Produkt brennen, dann geht es auch.“ Anja Mende war beeindruckt vom Zusammenenhalt in der Süßener Firma Weidmann: „Das ist wie eine große Familie.“ Und Hannah Weilguni sagte über Bloggerin Resi, die übers Nähen schreibt: „Blogger sind Autoren, was sie machen, ist Kunst.“

Auch Professor Dr. Valentin Schackmann, Prorektor der HfWU in Geislingen, zeigte sich beeindruckt von der Kreativität der Schülerinnen – zum Dank für ihr Engagement gab es Musicalkarten für alle vier.

Schackmann sprach in seinem Kurzvortrag über das Thema „Führung macht Innovation“ – und hatte dafür geschickt das Motto der 15. Hochschultage „Führung – Macht – Innovation“ umgewandelt. Das Thema Kreativität stoße in den Unternehmen immer mehr auf Resonanz, sagte er: „Es wird Neues gesucht.“ Als bekennender Science-Fiction-Fan hatte er zahlreiche Beispiele dafür mitgebracht, welche zunächst nur in SiFi-Geschichten vorkommende Erfindungen es mittlerweile in die Realwelt geschafft haben: zum Beispiel Hologramm-Techniken (bekannt aus Star Trek) und Künstliche Intelligenz (von E.T.A. Hoffmann als Automaten beschrieben).

Der HfWU-Absolvent Daniel Hammer berichtete von seinen Erfahrungen als Gründer eines Start-Ups, das spezielle Angel­taschen vertreibt. „Es war nicht immer einfach, aber ich habe so viel gelernt“, sagte er und appellierte an die Schüler, Mut und Biss zu haben und es zu wagen, ihre Träume umzusetzen.

Studenten des Nürtinger Studiengangs Theatertherapie führten ein Stück auf, in dem sie sich mit dem schwierigen Weg zur Selbstverwirklichung beschäftigten, und die Big Band des Michelberg-Gymnasiums spielte zwischen den Programmbeiträgen schwungvolle Songs. Mit einem Imbiss endeten die Hochschultage nach drei Wochen voller spannender Vorträge und Diskussionen rund um das Thema „Führung – Macht – Innovation“.

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