Hirnforscher: Druck macht Mitarbeiter dumm

"Hirnforschung und Führungskunst" war das interessante Thema, über das Professor Dr. Uwe Genz auf Einladung der Kreissparkasse vor zahlreichen Führungskräften in Geislingen referiert hat.

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Hatte aufmerksame Zuhörer: Dr. Uwe Genz.  Foto: 

Was haben Neurowissenschaften mit Führung und Management zu tun? Das war die zentrale Frage, auf die 90 Unternehmer und Führungskräfte auf Einladung der Kreissparkasse Göppingen beim Vortrag "Hirnforschung und Führungskunst" in der Kreissparkasse in Geislingen wissenschaftlich fundierte Antworten erhielten. Referent war Professor Dr. phil. nat. Uwe Genz, wissenschaftlicher Direktor der Neuro-Kompetenz-Akademie, Campus Dreieich bei Frankfurt, der zugleich auch Professor für Schlüsselkompetenzen, Neurokompetenz, Lern-, Gedächtnistraining und geistige Gesundheit an der Martin-Buber-University im niederländischen Kerkrade ist.

Genz ging zunächst auf die Besonderheit des Gehirns ein, das nur 2,2 Prozent des Gesamtkörpergewichtes ausmacht, aber aus rund 100 Milliarden Neuronen (Nervenzellen) besteht. Diese haben rund 10 000 Arme, deren Nervenenden die Nähe zu anderen Zellen suchen. Diese Stellen neuronaler Verknüpfung werden Synapsen genannt. Mittels sogenannter "Neurotransmitter" (Botenstoffe) werden Nachrichten von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Nur so könne Freude gefühlt oder die Leistungsfähigkeit gesteigert werden, sagte der Professor.

Um zu Glück und Wohlbefinden zu kommen, benötige es der Botenstoffe Endorphine, Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, führte Genz aus. Das "Kuschelhormon" Oxytocin stärke soziale Bindungen, das Wohlbefinden und die Liebe zu Vertrauten.

Sei das Grundbedürfnis Sicherheit und Kontrolle nicht befriedigt, schütte das Gehirn Adrenalin aus, mit dem Erfolg, dass der Intelligenzquotient sinke. "Wenn Sie als Vorgesetzter wollen, dass bei Ihrem Mitarbeiter Adrenalin ausgeschüttet wird, müssen Sie ihn nur unter Druck setzen" , erklärte Genz. Doch sei das also völlig kontraproduktiv. Denn immer, wenn Druck entsteht, würden die Leute dümmer.

Werde durch gute Führung das Selbstwertgefühl der Mitarbeiter gesteigert, verhindere das, dass das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, erläuterte der Referent weiter. Dopamin wiederum sei ein wichtiger Neurotransmitter, der Wohlgefühle vermittle.

Genz, der auch Biochemiker ist, machte deutlich, dass mit der Hirnforschung und ihren Erkenntnissen entscheidend auf das Verhalten im Arbeitsalltag und im Umgang mit Mitarbeitern Einfluss genommen werden kann.

Ulli Sauer, Direktor Firmenkunden, der eingangs den neuen Hochschuldirektor Professor Dr. Andreas Frey, seinen Vorgänger Professor Dr. Werner Ziegler und den Bundestagsabgeordneten Hermann Färber (CDU) begrüßt hatte, dankte dem Referenten für seine interessanten Ausführungen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den "Three Ladies" der Jugendmusikschule mit Maja Grubina (E-Piano), Franziska Arndt (Alt-Saxofon) und Konstanze Kaspschyk (E-Bass).

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