GZ-Jugendredakteur in London: Die Stadt bewahrt Haltung

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Maximilian Tkocz.  Foto: 

Ich bin am Donnerstag in London angekommen, einen Tag nach dem Terroranschlag. Zwar war ich noch nicht am Anschlagsort, aber in der übrigen Stadt ist von Nervosität wenig zu spüren – weder an populären und belebten Orten wie Covent Garden, oder Waterloo Bridge, die nicht weit weg vom Parlament sind, noch in der U-Bahn oder in Wohnvierteln. Man sieht immer wieder Polizisten, klar, aber sonst gilt: „business as usual“. Londoner haben mir erzählt, dass sie es eben gewohnt seien, mit so etwas zu leben.

So gehypt und dramatisch die Situation anfangs in den deutschen Medien rüberkam – in die Stadt ist überwiegend die Normalität zurückgekehrt.

Falls die Menschen Sorgen haben, lassen sie sich diese nicht anmerken. Getreu dem englischen Motto „Keep a stiff upper lip!“ (deutsch: Haltung bewahren). Man könnte meinen, es sei nichts passiert, wenn man es nicht besser wüsste. Nicht einmal die Kontrollen am Flughafen waren extrem strenger. Also: London ist, wie immer, gefasst und stark nach außen.                

Die zum Teil angstschürende Berichterstattung in den Medien finde ich persönlich übrigens unpassend. Mir fehlt häufig der Ausgleich und vielleicht auch die Distanz. Dass in Ländern wie Somalia, Südsudan und Nigeria momentan anscheinend zirka 20 Millionen Menschen der Hungertod wegen Terrors und Klimakatastrophen droht, interessiert niemanden wirklich. Es gibt lediglich ein paar Meldungen in der Zeitung. Zweifellos ist es dramatisch, was hier passiert ist. Aber es gibt nichts anderes mehr zu hören. Schlussendlich hat es zur Folge, dass es diejenigen, die nicht direkt betroffen sind, mehr belastet, als die, die in der Stadt wohnen. Das ist doch paradox, oder?

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