GZ-Aktion: Pedelecs für Menschen mit Handicap

Die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf möchte behinderten­gerechte  Parallel-Tandems  für ihren Pedelec-Verleih anschaffen. Dazu braucht sie die Unterstützung der GZ-Leser.

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Ein Bike, zwei Fahrer, drei Räder: Ein Parallel-Tandem ist ein Trike, auf dem Menschen mit Handicap, die nicht selbstständig Fahrrad fahren können, zusammen mit einer Begleitperson auf Tour gehen können.   Foto: 

Barrierefreiheit und Inklusion:  Das klingt nach sperrigem Beamtendeutsch. Was die Schlagwörter für Betroffene bedeuten können: Endlich wieder mit dem Fahrrad die Natur erkunden im Täle entlang der Fils, vorbei an den mächtigen Felsen der Hausener Wand mit Blick auf den Albtrauf; dabei sein  bei der Familienradtour durch die Streuobstwiesen  im Voralbgebiet.

Der Pedelec-Fuhrpark der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf (ESA), der auch mehrere behindertengerechte Modelle beinhaltet, macht es möglich: Draußen aktiv sein trotz Handicap. Ausleihen können die Räder nicht nur Touristen, sondern natürlich auch Einheimische.

Trike mit Parallel-Sitzen

Neben 20 regulären Touren-Pedelecs  verfügt die ESA über acht besondere Modelle für Senioren, Personen mit Behinderung oder Erkrankungen wie Parkinson oder Multipler Sklerose, darunter vier „Easy Rider“- Trikes mit Tiefeinstieg und zwei Räder, bei denen Rollifahrer mitfahren können. Für Menschen, die nicht alleine Fahrrad fahren können, und eine Begleitperson eignet sich das Parallel-Tandem  mit Elektromotor. Das  Fahrrad hat drei Räder, die beiden Sitze mit Lehne sind parallel nebeneinander angeordnet. Der „Beifahrersitz“ ist mit Armlehnen und Sicherheitsgurt ausgestattet. Ein solches Trike gib es bereits, nun sollen weitere dazukommen.  Ein Exemplar kostet 9000 Euro.

Zusätzlich hat die ESA zwei barrierefreie Radwege ausgeschildert, die im Vorfeld von Betroffenen abgefahren und getestet wurden:  Die Filstaltour (12,5 Kilometer) von Bad Ditzenbach nach Hausen und zurück  sowie die Voralbroute (16,3 Kilometer) zwischen Jebenhausen und Zell unter Aichelberg. Dort sind die Radwege in gutem Zustand und es gibt keine Poller, Schotter oder sonstige Hindernisse; die zu bewältigenden Höhenmeter halten sich in Grenzen.

Von den Menschen, die die behindertengerechten Fahrräder ausleihen, bekomme sie oft „sehr emotionale“  Rückmeldungen,  erzählt Isabell Noether, Geschäftsführerin der ESA. Vor allem, wenn bei ihnen ein bestimmtes Krankheitsbild vorhanden sei: „Ich war schon so lange nicht mehr mit der Familie unterwegs“ oder „Endlich war ich wieder einmal am Fils­ursprung.“ „Da bekommt man manchmal schon Gänsehaut“, gesteht  Noether. Bei den Buchungen gebe es denn auch  viele „Wiederholungstäter“.

31 Bike-Points in 19 Gemeinden

Untergestellt sind die Bikes in der Fahrrad-Recycling-Werkstatt der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung (SAB) in Geislingen. Sie  übernimmt auch die Wartung der Räder und bringt sie an die von den Kunden gewünschten Bike-Points. 31 Bike -Points in 19 Gemeinden gibt es innerhalb der Erlebnisregion im Dreieck  zwischen Salach, Wiesensteig und Amstetten. Meist handelt es sich dabei um Hotels oder Gastronomiebetriebe. 

Für Touristen oder Einheimische, die ein Rad ausleihen möchten, ist die Organisation denkbar einfach: Das gewünschte Modell muss lediglich zwei bis drei  Tage vor der geplanten Tour bei der ESA-Geschäftsstelle in Bad Ditzenbach reserviert werden. Das Rad wird dann  am  entsprechenden Termin an den gewünschten Bike-Point geliefert. Die Leihgebühr für  einen ganzen Tag beträgt  16 Euro.

„Wir haben uns ein schönes Alleinstellungsmerkmal geschaffen“, meint ESA-Geschäftsführerin Isabell Noether. Der Pedelec-Verleih mit Schwerpunkt Inklusion sei insgesamt eine „runde Geschichte“:  Man könne  den Landkreis klimaneutral erkunden; das Sharing-Modell innerhalb der an der Erlebnisregion beteiligten  Gemeinden funktioniere gut und durch die Kooperation mit der  Geislinger Fahrrad-Recyc­ling-Werkstatt komme auch der sozi­ale Aspekt nicht zu kurz. Ohne finanzielle Förderung vom Landkreis und Spenden von Sponsoren wäre das Projekt allerdings nicht  möglich. „Wir kommen gerade so null auf null raus.“

Helfen
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Geldspenden
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Die Spendenkonten sind: Kreissparkasse Göppingen IBAN: DE24 6105 0000 
0006 0770 99
Volksbank Göppingen
IBAN: DE14 6106 0500
0608 0000 00
Jeder Spender wird in der GEISLINGER ZEITUNG ­genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken).

Sachspenden
Auch für die Tombola der GEISLINGER ZEITUNG beim Weihnachtsmarkt in der Geislinger Altstadt vom 15. bis 17. Dezember sind wir wieder ganz stark auf Ihre Unterstützung angewiesen. Verlost werden sowohl  Sachspenden als auch Gutscheine.
Unsere Sekretärinnen bitten momentan Geschäftsleute aus Geislingen und Umgebung telefonisch um Unterstützung. Wer etwas spenden möchte, kann sich gerne beim Redaktions­sekretariat melden, unter der Rufnummer
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Kontakt
Bei allen Fragen und Ideen rund um die GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“ können Sie sich an die GZ-Volontärin Stefanie Schmidt wenden. Kontakt: ☎ (07331) 202-41 oder per E-Mail:
s.schmidt@swp.de    

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