Großes Potenzial für Klimaschutzmaßnahmen

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Professor Marc Ringel eröffnet den Energietag an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt.  Foto: 

Gut 120 Interessierte waren zum Energietag des Studiengangs Energie- und Ressourcenmanagement (ERM) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen gekommen. Bei der Fachtagung mit dem Titel „Die Zukunft der Energieberatung“ ging es im Kern um die Voraussetzungen, die geschaffen werden müssen, damit die Menschen in Deutschland energieeffizienter wohnen.

Gebäude sind für rund ein Drittel des deutschen Energieverbrauchs und der deutschen Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Das Sparpotenzial ist entsprechend hoch. „Einen wesentlichen Beitrag hierbei leisten die Energieberater“, sagte  Professor Marc Ringel in seiner Einführung. Die Energieberater unterstützen nach Ringels Worten „durch unabhängige Beratung auf qualitativ hochwertigem Niveau die Verbraucher bei der energetischen Sanierung von Gebäuden“ und führen sie somit „sicher durch die rechtlich, wirtschaftlich und technisch komplexen Anforderungen“.

Vor allem in der an die Vorträge anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass alle Diskutanten das gleiche Ziel haben: weniger Treibhausgase und weniger Kosten durch Energiesparen beim Wohnen. Auseinander gingen die Meinungen bei den Details, wie das zu erreichen ist. Klar sprachen sich alle für eine effiziente individuelle Beratung der einzelnen Hausbesitzer aus, einem Kerngeschäft der vertretenen Organisationen und Verbände. Der „One Stop Shop“, also die umfassende Beratung bei einer Stelle, spielt dabei nach Ansicht aller eine zentrale Rolle.

Markus Schmidt, Referent der Bundesstelle Energieeffizienz beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), unterstrich die Rolle der Energieberatung im Rahmen der Förderprogramme des Bundes: „Energieberatung ist ein integraler Bestandteil der Energie- und Klimaschutzpolitik und steht an der strategisch wichtigen Schnittstelle zum Energieverbraucher.“ Er zeigte auf, dass zahlreiche Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) und des Bundes die Einschaltung eines Energieberaters voraussetzen. Hierdurch solle garantiert werden, dass im Falle der Sanierung sämtliche Optionen bedacht und das wirtschaftlich Mögliche umgesetzt werde.

Einfachere Handhabung nötig

Frank Hettler, Bereichsleiter des Programms „Zukunft Altbau“ bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), unterstrich die Bedeutung des Gebäudesektors für die Umsetzung der Energie- und Klimastrategien des Bundes und des Landes. Beratung sei hierbei ein wichtiger Baustein, den es effektiv zu nutzen gelte. Er schloss mit dem Fazit: „Saubere und effiziente Techniken und Energieträger müssen einfacher in der Handhabung und billiger im Preis werden, fossile und ineffiziente komplizierter und teurer.“ Essenzielle Basis für Sanierungswillige, die umfangreich planen, sei eine qualifizierte Energieberatung.

Dieter Bindel, Vorsitzender der „Gebäudeberater Ingenieure Handwerker“ (GIH) Baden-Württemberg und stellvertretender Bundesvorsitzender, zeigte die umfassenden Tätigkeitsfelder der Energieberater auf. Er betonte die Notwendigkeit einer Qualitätssicherung. Der Energieberater nehme für den Verbraucher die Rolle eines „Kümmerers“ ein, der auf fachlich hohem Niveau wirtschaftlich machbare Lösungen aufzeige.

„Es geht nicht nur um Zahlen. Wir sind Kümmerer“, betonte der Experte. Vielmehr stehe der Vertrauensaufbau zwischen Helfer und Endkunde im Vordergrund. Zudem betonte Bindel die Notwendigkeit der Qualitätssicherung. Der Energieberater arbeite heute in einem Netzwerk, da er nicht alles wissen kann und muss. Außerdem müsse er sich stets weiterbilden und sei auf Förderung angewiesen. An Beispielen aus seiner beruflichen Praxis machte er klar: „Energieberater einschalten lohnt sich.“

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