Göttlicher Segen für Haustiere

Hunde, Pferde, Katzen, Mäuse, ein Vogel, eine Schildkröte und auch etliche Kuscheltiere bekamen beim Tiersegnungs-Gottesdienst in Sankt Maria ihren göttlichen Segen.

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Auch Tiere gehören zu Gottes Schöpfung: Deshalb haben sie auch Anspruch auf seinen Segen - selbst wenn mancher Vierbeiner bei der Tiersegnung in Sankt Maria gestern eher skeptisch dreinblickte.  Foto: 

"Gott hat die ganze Welt erschaffen. Auch die Tiere. Am Ende jeden Tages sah er, ,dass es gut war", predigte am Sonntagnachmittag Pfarrer Martin Ehrler - und als ob es ihm recht geben wollte, wieherte dazu ein Pferd.

Es war ein außergewöhnlicher Gottesdienst, der da auf der gesperrten Straße vor der Kirche Sankt Maria stattfand. Zum einen, weil er im Freien auf Bierbänken gefeiert wurde, die im Halbkreis ums Mikrofon aufgestellt waren. Zum anderen aber, weil sich zwischen den Füßen der über 100 Besucher deren Hunde drängten. Gut dressierte Rettungshunde der Rettungshundestaffel des DRK, mehrere Pudel, ein Mops, ein Terrier und sehr viele Mischlinge. Die hatten vor Beginn des "Tiersegnungsgottesdienstes" noch ihre Verwunderung hinausgebellt und einander angeknurrt. Doch das beruhigende Streicheln von Herrchen oder Frauchen zeigte Wirkung, sodass sie mit Beginn der Liturgie brav der Dinge harrten, die da kommen sollten. Auf den frei gehaltenen Parkplätzen in der Nähe standen sieben Therapie-Pferde von Elke Hofmann-Hammer, eine Dame hatte ihre Katze im Käfig neben sich gestellt, zahlreiche Kinder klammerten sich an ihren Kuscheltieren fest.

"Wir wollen uns heute Gottes gute Schöpfung vor Augen führen und darüber nachdenken, wie gut Gott die Welt erschaffen hat", erläuterte der Pfarrer vornehmlich an die etwa 20 Kinder gewandt. Für die Kleinen erzählte Pastoralreferentin Michaela Ruess die Geschichte von Emil und dem kleinen Marienkäfer, an die Pfarrer Ehrler schließlich mit der Schöpfungsgeschichte anknüpfte. "Die Schöpfung lädt uns ein zu staunen, über kleine Marienkäfer genauso wie über große Pferde", sagte er. Der heilige Franziskus sei in der Liebe zu den Tieren ein Vorbild gewesen: Er habe mit dem Wolf geredet und den Vögeln gepredigt, damit auch sie Gottes Botschaft verstünden, ließ Ehrler einfließen, bevor er ein Segensgebet sprach, in dem er um den Schutz der Tiere bat.

Um den Segen sichtbar zu machen, ging er nun auf jedes mitgebrachte Tier zu und besprengte es mit Weihwasser "im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Die Schildkröte im Korb, die eine Besucherin dem Pfarrer hinhielt oder die Mäuse in einem Behälter zeigten keine Reaktionen, auch nicht das Foto eines Kanarienvogels, das die Besitzerin statt des Tieres mitgebracht hatte. Die Hunde jedoch reagierten so unterschiedlich, wie es ihren Charakteren entsprach - die einen fiepten, zogen den Schwanz ein oder starrten ihr Herrchen ob des Schauers beleidigt an. Andere fanden es klasse und versuchten das Weihwasser noch im Flug zu erhaschen. Die Pferde ertrugen den feuchten Segen mit stoischer Gelassenheit. Genauso wie die Kuscheltiere, unter denen sich Teddys, Äffchen, Mäuse und sogar ein Einhorn befanden.

Bei sämtlichen Herrchen und Frauchen dagegen war der Gesichtsausdruck durchweg derselbe: sie strahlten.

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