Glücksschwein oder Traubenzucker

Seit Herbst begleitet die GZ- Jugendredaktion Schüler der Jahrgangsstufe 2 des Geislinger Helfenstein- und Michelberg- Gymnasiums auf dem Weg zum Abitur. Jetzt rückt die Prüfung in greifbare Nähe.

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Countdown läuft! Bis kommenden Montag werden die Tage rückwärts gezählt, dann beginnen für die Jahrgangsstufe 2 des Helfenstein- und des Michelberg-Gymnasiums in Geislingen (wie überhaupt in ganz Baden-Württemberg) die schriftlichen Prüfungen fürs Abitur. Zwei Wochen lang müssen die Schüler dann zeigen, was sie in den vergangenen acht oder neun Jahren gelernt haben. Bei der letzten Umfrage der GZ-Jugendredaktion Anfang Februar lag dieser Termin noch in weiter Ferne. Macht sich nun allgemeine Nervosität breit?

Die Annahme geht fehl, zumindest bei den G 8- und G 9-Schülern in Geislingen, die wir auf ihrem Weg zum wichtigsten Ereignis in ihrer Schullaufbahn seit dem vergangenen Herbst begleiten. Außer bei Theresa (19) und Toni (18), die die steigende Nervosität zu verdrängen suchen. Ansonsten herrscht momentan noch Gelassenheit unter den Prüflingen. Liegt es daran, dass sie gut vorbereitet sind?

"Montag Deutsch - passt, Dienstag Mathe - wird schon schiefgehen, Mittwoch Englisch - passt", resümiert Marco (19), der eine gewisse Sicherheit verspürt, wenn er an die kommende Woche denkt.

Genauso ergeht es Verena (18), der nur bei dem Gedanken an die Mathe-Prüfung etwas mulmig wird. Und Jan (19) freut sich sogar ein bisschen, wenn er ans Abitur denkt und ist "gespannt auf die Aufgaben", die er und seine Mitschüler dann gestellt bekommen.

In dieser Woche, die für alle Schüler des Jahrgangs J2 schulfrei ist, wird wichtiger Stoff wiederholt. Kim (18) büffelt noch einmal richtig intensiv. Florian(17) lernt am besten in Lerngruppen. Er hat deshalb vor, sich "jeden Tag mit Freunden zu treffen". Die anderen ziehen es vor, sich allein aufs Abitur vorzubereiten.

Damit kein Stress aufkommt, ist Abwechslung gefragt: Verena und Theresa setzen wie die meisten unter den Abiturienten auf sportliche Bewegung. Joggen an der frischen Luft macht den Kopf frei von Kafka, Schnittgeraden und Interpretationshypothesen. Marco hält an den regelmäßigen Besuchen seines geliebten Fitness-Studios fest, notfalls will er die Vokabeln dann eben dort lernen.

Trotz der Lockerheit, die die Befragten momentan noch zeigen, vermuten einige doch, dass sich dies kurz vor dem Tag X, sprich kommendem Montag, noch ändern könnte. "Respekt sollte man vor den Prüfungen schon haben", räumt Jan ein. Und auch seinen Mitschülern kommt beim Gedanken an diesen Tag das Wort "Nervosität" über die Lippen. Von "gemischten Gefühlen" ist nun ebenfalls die Rede.

Um die Prüfungstage gut zu überstehen, wollen es einige der Abiturienten mit einer schon zur Tradition gewordenen Methode halten und einen Glücksbringer tragen beziehungsweise vor sich auf den Tisch stellen. Er soll verhindern, dass es zum Blackout kommt. Theresa glaubt fest an ihr Glücksschwein, Jan an sein Schaf und Toni - ganz banal - an die Wirkung von Traubenzucker.

In einem Punkt sind sich die "Reifeprüflinge" indessen vollkommen einig: Jeder freut sich auf "die Zeit danach". Der sportbegeisterte Marco geht dann zum Skifahren, Theresa, Jan, Verena und Florian möchten "einfach entspannen, sich wieder mehr mit Freunden treffen und eventuell feiern" und auch Kim wartet schon darauf, endlich wieder "faul am See in der Sonne liegen" zu dürfen. Und was hat Toni danach wohl vor? "Kein Kommentar", lautet seine Antwort.

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