Geislinger Schüler kümmern sich um verwilderten Garten

Neuntklässler der Geislinger Tegelbergschule beleben einen verwilderten Garten wieder. Das zählt zur Projektprüfung, die sich rund ums Thema Natur dreht.

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Shkelqim Camaj lehnt sich auf der Bank zurück, die er selbst gebaut hat. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen, erzählt der 16-Jährige: „Eine Säge ist zu Bruch gegangen.“ Bei dem ersten Versuch, bei dem aus Baumstämmen eine Sitzgelegenheit entstehen sollte, ­seien er und seine Mitschüler gescheitert. Jetzt besteht die stabile Bank aus Holzpaletten, wie man sie aus Lagerräumen kennt. Die Idee dafür kam Shkleqim im Jugendhaus Tälesbahnhof, in dem ein ähnliches Modell steht.

Die Bank und ein passender Tisch sind Teil eines Projekts an der Geislinger Gemeinschaftsschule am Tegelberg, bei dem acht Schüler der neunten Klasse einen Garten hinter dem Schulgebäude in den vergangenen Wochen neu aufleben ließen.

„Hier war alles voller Müll und zugewachsen“, schildert Berkay Uzun den Urzustand. Der 17-Jährige hat zusammen mit seinem Schulkameraden Giuseppe Bruccheri einen Geräteschuppen wieder nutzbar gemacht. „In der Hütte gab’s mehr Spinnen als Gartenwerkzeuge“, erzählt Berkay und lacht. Sogar Mäuse hat er dort gesehen.

Mittlerweile ist es in dem Holzhäuschen richtig übersichtlich: Die Neuntklässler haben ­Fotos von den Werkzeugen gemacht und an der Wand aufgehängt, damit jeder weiß, wo was hingehört. Giuseppe genießt es, vor der Hütte im Schatten zu sitzen: „Hier hat man seine Ruhe.“

Auch mehrere Beete haben die Jungen und Mädchen angelegt. Milena Walter war zusammen mit einer Mitschülerin für das Duftbeet zuständig: Sie haben Unkraut entfernt, alte Erde abgetragen und neue gestreut, das Beet mit Holzbalken eingegrenzt und Pflanzen eingesetzt. „Das war harte Arbeit“, sagt Milena. „Aber wenn man dann sieht, dass dort etwas wächst, ist das ein gutes Gefühl.“ Hin und wieder hilft die 16-Jährige ihrer Oma beim Rasenmähen oder Unkraut jäten. Anfangs sei sie mit weißen Schuhen in den Garten gekommen, die hinterher braun waren, erzählt sie lachend.

Wo vorher nur Unkraut wuchs, strecken jetzt Lavendel, Rosmarin und Thymian ihre Zweige ins Licht. Die Schüler hatten ursprünglich ein Blumenbeet anlegen wollen, erklärt Lehrerin ­Sabine Winter, die das Projekt mit Kollegin Veronika Müller betreut. Dann sei aber die Idee entstanden, die eingesetzten Pflanzen sinnvoll zu nutzen: Schüler der Inklusionsklassen dürfen sie pflücken und machen im Unterricht Duftsäckchen daraus. Diese Klassen kümmern sich künftig auch um das Beet, wenn die Neuntklässler nach dem Abschluss von der Schule gehen, erklärt Sabine Winter.

Auch andere Klassen könnten den Garten im Rahmen von Projektprüfungen weiter pflegen. ­Sabine Winter: „Das ist Dauerarbeit hier.“ Die Garten-AG der Schule beteiligt sich ebenfalls an den Aufgaben.

Neben der Gartenpflege be­inhaltete die Prüfung auch einen theoretischen Teil: Jeder Schüler musste einen Ordner abgeben, in dem er Material zu einem Thema im Bereich Blumen, Pflanzen und Tiere gesammelt hat. Auch die Vorbereitung auf den praktischen Teil – etwa Kostenvoranschläge und Material-Listen – zählte dazu. Zudem hielten die Schüler eine Präsentation – natürlich direkt im Garten. „So nah an der Natur lernen die Schüler viel Neues“, sagt Sabine Winter. Manche hätten selbst keinen Garten zu Hause und würden auf diese Weise ganz neue Aufgaben entdecken.

Auch den Abschluss ihres Projekts feiern die Schüler mit den Lehrerinnen an dem idyllischen Plätzchen. Am selbst gebauten Tisch schmecken Rote und Grillkäse besonders gut.

Etwas fällt den Hobbygärtnern da noch auf: Ein Sonnensegel und ein paar Sitzkissen wären toll – die könnten nachfolgende ­Klassen ja auch selber machen.

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