Geislinger Studenten wissen Bescheid: Große Zähne sind sexy

Bei den Geislinger Hochschultagen geht es im Affenhaus der Wilhelma um das Sozialverhalten von Gorillas, Pavianen – und dem Menschen.

|
So anders als wir Menschen sind die gar nicht: Diesen Gedanken dürfte so mancher Exkursionsteilnehmer während der Führung durchs Affenhaus gelegentlich gehabt haben.  Foto: 

Ein Schlag des Männchens auf den Boden, und die Pavian-Weibchen wissen, dass Gefahr droht. Denn bevor der Primat angreift, warnt er seinen Feind und bietet ihm die Möglichkeit schnell umzudrehen.

Dass der Mensch zu den Primaten gehört, wurde bei der Führung am Freitag durchs Affenhaus der Wilhelma klar. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Geislingen hatte zusammen mit der Kreissparkasse Göppingen die Exkursion im Rahmen der Geislinger Hochschultage organisiert. Mit einem Bus fuhren die Teilnehmer aus dem Geislinger Raum nach Stuttgart, schauten sich auf eigene Faust im Stuttgarter Zoo um und erhielten dann in zwei Gruppen eine Führung durch das Affenhaus. Das Ziel: Anhand der Beobachtung der Tiere Unterschiede, vor allem aber Gemeinsamkeiten zum Sozialverhalten des Menschen zu erkennen.

Die Studentin Anna-Sophie Mailänder freute sich auf die Besichtigung: „Mich interessiert das Thema total. Mal sehen, ob sich Verhaltensweisen der Affen auf die Menschen übertragen lassen.“

Eines kam den Geislinger Besuchern gleich am Anfang ziemlich bekannt vor: Geht es um die Partnerwahl, wirkt jenes Affen-Männchen besonders attraktiv, das etwas vorzuweisen hat, erklärte Mitarbeiterin Miriam Wüst. Im Fall der Paviane stehen die Weibchen besonders auf große Eckzähne, weil ihre Träger sich dadurch als starke und widerstandsfähige Exemplare ausweisen. „Das ist ja fast wie bei uns Menschen“, stellte eine ältere, augenscheinlich recht pragmatisch eingestellte Teilnehmerin fest: „Bloß suchen wir uns den Partner aufgrund der Größe seines Autos aus.“

Anhand der unterschiedlichen Affenarten führte Miriam Wüst ihrer Gruppe vor Augen, wie sich unterschiedliche Entwicklungsstufen auf die Fähigkeit zur sozialen Interaktion der Tiere auswirken: So gehören Lemuren zwar wie die Paviane und Menschen zu den Primaten. Anders als höher entwickelte Menschenaffenarten haben sie aber ein steifes Gesicht und können ihre Emotionen nicht mimisch darstellen.

Besonders nahe stehen uns die Bonobos – sie ähneln dem Menschen zu 98,6 Prozent. Dass es gar nicht so viele Unterschiede zwischen den beiden Spezies gibt, zeigt das Beispiel Begrüßungsritual: Nicht nur grüßen sich viele homo sapiens mit einem lässigen Kopfnicken, sondern auch Bonobos machen so deutlich, dass sie einen Artgenossen erkannt haben.

Bonobos müssen sich mit keiner anderen Tierart ums Futter streiten – weil damit Stärke und Aggressivität bei ihnen eine geringere Rolle spielten, seien die Weibchen dominant, erklärte Miriam Wüst. Die Affen besitzen ein hochkomplexes Gehirn, sind sehr sozial, hilfsbereit und streiten sich wenig, weshalb sie in  friedlichen Gruppen leben – ein schönes Vorbild für die Menschen.

Bonobos sind übrigens richtige Müttersöhnchen: Sie bleiben laut Miriam Wüst ihr Leben lang in der Gruppe der Mutter, während die Weibchen dagegen öfters wechseln.

Zu den Gruppen der Gorillas, der größten lebenden Primaten, gehört stets ein ausgewachsenes „Silberrücken-Männchen“, das die dominante Rolle einnimmt. Die bis zu 40 Affen teilen sich immer wieder in kleinere Gruppen auf, auch „Fission-Fusion-Modell“ genannt. So manchem Exkursionsteilnehmer kam das noch aus Schulzeiten bekannt vor: Dort teilt sich schließlich jede Klasse in mehrere Cliquen auf.

Ganz anders sieht es wiederum bei den Weißhand-Gibbons aus, die in monogamer Paarung mit bis zu vier Jungtieren leben. Die weiblichen Affen singen früh morgens und am Abend, um ihr Revier zu markieren und führen die Familiengruppe an. Das Männchen ist für die Verteidigung des Reviers zuständig.

Bei den Primaten ist die Frauenquote längst eingeführt. Wenn es also um das Thema Führung geht, geben bei den Menschenaffen oft die Weibchen den Ton an.

■ Heute, 14. November, 19 Uhr, Parkstraße 4,
UG 2/3: Vortrag von dm-Gründer Götz Werner zum Thema Führung in gelingenden Unternehmen: „Die Treppe muss von oben gefegt werden“.
■ Morgen, 15. November, 19 Uhr, Parkstraße 4: Vortrag von Gründer­berater Ahmet Papila zu den fünf Lebensphasen eines Unternehmens: „Richtig handeln und führen zu jeder Zeit“.
■ Donnerstag, 16.  ­November, 19 Uhr, Parkstraße 4: Vortrag von Professor Dr. Rüdiger Reinhardt zum ­Thema „Was Macht mit uns macht“.
■ Donnerstag, 23. ­­
November, 13 bis 19 Uhr, Parkstraße 4: ­Insolvenzrechtstag.
■ Donnerstag, 23. November, 18 Uhr, Kapellmühlsaal: Abschlussveranstaltung mit Schülerbeiträgen zum Thema „Wie führt man erfolgreich ein Unternehmen?“
Mehr im Internet auf: www.geislinger-hochschultage.de

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

GZ-Hochschulseite

Was passiert an der HfWU Nürtingen-Geislingen? Was bewegt die Studenten? In unserem Dossier klären wir Fragen wie diese.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Umweltbundesamt fordert klare Regeln für Müllofen

Darf in Göppingen mehr Müll verbrannt werden, als in der Genehmigung steht? Bundesamt schätzt die Rechtslage anders ein als das Regierungspräsidium. weiter lesen