Frauenleiche im Keller

Im Keller der Geislinger Firma Hella hat die Kripo die Leiche einer 41-jährigen Frau gefunden. Ihr früherer Lebensgefährte steht unter Mordverdacht.

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In einem Kellerraum in diesem Gebäudetrakt auf dem großen Hella-Firmengelände in Geislingen fanden die Ermittler die Frauenleiche. Foto: Roderich Schmauz

Die Leiche einer 41 Jahre alten Türkin aus Göppingen, die bereits seit Ende Februar als vermisst galt, ist gestern von einem Polizeihund in den Katakomben der Jalousienfirma Hella (früher Arabella) am Ortsausgang von Geislingen gefunden worden. Unter dringendem Tatverdacht, die 41-Jährige erstickt zu haben, steht ihr 43 Jahre alter früherer Lebensgefährte aus Salach. Er hat mit der Getöteten ein gemeinsames, vier Jahre altes Kind. Er ist als Arbeiter bei Hella beschäftigt. An seinem Arbeitsplatz nahm ihn die Geislinger Kripo am Donnerstagabend fest.

Nach ersten Aussagen geriet der Mann bereits am Sonntag, 26. Februar, auf einem Parkplatz in Adelberg mit seiner früheren Lebensgefährtin in Streit; es sei dabei um das Sorgerecht für das Kind gegangen. Demnach fesselte der Mann die Frau mit Kabelbindern an den Händen. Einen Kabelbinder legte er ihr um den Hals. Dann verfrachtete er die Gefesselte in den Kofferraum seines Autos. In dem Fiat müsse sie offenbar erstickt sein. Der Tatverdächtige versteckte die Leiche in seiner Firma in Geislingen.

Wenige Tage später ging er zusammen mit dem Bruder seiner früheren Lebensgefährtin zur Göppinger Kriminalpolizei. Dort meldeten beide die Frau als vermisst.

Vorgestern nahm der Fall eine entscheidende Wende: Die 43 Jahre alte, ebenfalls türkische Ehefrau aus Geislingen zeigte über ihren Anwalt den von ihr getrennt lebenden Ehemann an. Er habe ihr gestanden, für den Tod der vermissten 41-Jährigen verantwortlich zu sein und die Getötete auf dem Hella-Firmengelände versteckt zu haben. "Mit diesem Wissen kam die Frau nicht klar, sie behielt es nicht für sich, sondern ging gleich zur Polizei", erläutert Polizeisprecher Rudi Bauer.

Die Geislinger Kripo bildete unverzüglich die Ermittlungsgruppe "Waldrand". Noch am Donnerstagabend nahm sie den Mordverdächtigen fest. Er bestritt zunächst alles. Es sei nur Spaß gewesen, was er zu seiner Ehefrau gesagt habe.

Gestern Vormittag durchsuchten Kriminalbeamte, ein Hundeführer und Bereitschaftspolizisten den Arbeitsplatz des Tatverdächtigen. Um 11 Uhr fanden sie in einem Kellerraum die Frauenleiche. Das THW leuchtete den Fundort aus.

Am Dienstag wird der Leichnam obduziert, um Gewissheit über die Todesursache zu erhalten. Für die Kripo ergeben sich aus den ersten Aussagen des Verhafteten viele Fragen. Ist die Frau im Kofferraum erstickt oder hat er sie nicht vielmehr mit dem Kabelbinder erwürgt?

Die Ulmer Staatsanwaltschaft hat gestern beim Ulmer Amtsgericht Haftbefehl gegen den mann aus Salach wegen des Verdachts des Mordes beantragt.

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