Info-Abend in Stadtbücherei: Wie Fairtrade für gerechteres Leben sorgen soll

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Es tut sich auch etwas im Kleinen. Dies zeigte die „Blick hinter die Kulissen“-Veranstaltung am Freitagabend im Lesecafé der Geislinger Stadtbücherei. Organisiert hatte sie die Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt Geislingen“ um Sonja Pfau, und ihr Thema war der faire Handel und der Beitrag, den jeder dazu leisten kann. Ein großes, ein komplexes Thema, das an diesem Abend in gut verträglichen Häppchen serviert wurde.

 Zur Anschaulichkeit trug besonders der „Dahintergucker“ bei, der seit Kurzem in der Stadtbücherei steht und allen Besuchern zugänglich ist. Hinter neun Türchen einer Holztafel verbergen sich Informationen zu einzelnen Themen, die mit fairem Handel zusammenhängen. Gleichzeitig nehmen die Texte Bezug auf konkrete, lokale Lösungsansätze (wir berichteten).

Stadtrat Bernhard Lehle, der an diesem Abend OB Frank Dehmer vertrat, sagte: „Wir wollen ein bisschen die Welt retten – dafür müssen wir in kleinen Schritten etwas machen, wir müssen ganz klein anfangen.“ In Mutlangen habe man damals gegen die Atomkraft gekämpft – heutzutage werden die Kernkraftwerke vom Strom genommen. Fairer Handel habe für viele mit fair gehandelten Bananen angefangen – mittlerweile gebe es in Geislingen elf Läden, die Fairtradeprodukte anbieten, die Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt Geislingen“ hat einen Einkaufsführer herausgegeben und den Verkauf von fair produzierter Geislinger Schokolade initiiert.

Konsum hier, Ausbeutung dort

Den zweiten Teil des Abends, nachdem sich die Gäste am Büfett des Weltladens hatten stärken können,  bestritt Pfarrerin Yasna Crüsemann mit ihrem Vortrag über „Die Suche nach dem guten Leben für Menschen und Umwelt“. Sie ging der Frage nach, was ein gutes Leben – und zwar eines für alle – beinhaltet. Sie erklärte, wie Ungerechtigkeit zustande kommt: übermäßiger, unbewusster Konsum auf der einen Seite, Ausbeutung und Armut auf der anderen. Wer dies nicht unterstützen wolle, müsse hinterfragen, müsse „dahintergucken“.

Yasna Crüsemann dröselte die Weltreise einer Jeans auf, die diese vom Baumwollsetzling bis in den Einzelhandel hinter sich hat. Da kamen auch jugendliche Wanderarbeiterinnen in China und Fabrikbrände mit tausenden toten Arbeiterinnen zur Sprache.

Crüsemanns Fazit: Es ist unverantwortlich, Kleidung als ein Wegwerf-Ding zu betrachten. Ihre Vorschläge für den Einzelnen: Mit Bedacht kaufen, Kleidung nicht einfach wegwerfen, sondern ausbessern, upcyceln oder weitergeben.

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