Fabrikverkäufe: An einem Strang ziehen und Chancen nutzen

Zwischen Ratlosigkeit und Tatendrang: Die Aussprache über die anstehende Erweiterung der Fabrikverkäufe im Gemeinderat zeigt viel Ambivalenz.

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Die Erweiterung der Fabrikverkäufe ist im Bau. Die damit verbundene Sortimenterweiterung bot gestern Diskussionsstoff im Gemeinderat. Zu entscheiden hat dieses Gremium aber nichts.  Foto: 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Zu entscheiden hatte der Geislinger Gemeinderat in Sachen Erweiterung Fabrikverkäufe gar nichts. Die Stadtverwaltung hat nach Baugesetzbuch zu prüfen und zu genehmigen, soweit nichts entgegensteht. Trotzdem setzte OB Frank Dehmer dieses Thema auf die Tagesordnung, denn die Ängste des Einzelhandels, der laut eines Gutachtens der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mit bis zu zehn Prozent Umsatzrückgang rechnen muss, sind groß (wir berichteten). Das treibt auch die Stadträte um, wie die Diskussion bewies.

Zwischen Enttäuschung, dass man ja ohnehin nicht mitbestimmen darf und keinen Einblick in das Gutachten hat, das von der die Fabrikverkäufe betreibenden Mutschler-Gruppe in Auftrag gegeben worden war, bis hin zur Kritik an der Intransparenz der Vorgänge reichten einerseits die Redebeiträge. Andererseits wurde aber auch der Blick nach vorn gerichtet und die Chance gesehen, doch endlich an einem Strang zu ziehen und alle Chancen zu nutzen, die sich dieser Stadt bieten, um in der Entwicklung voranzukommen. Verbunden mit diesem Appell war immer wieder der Aufruf, das Areal der Fabrikverkäufe in seinem Inseldasein aufzulösen und endlich vernünftig an die Obere Stadt anzubinden.

Holger Scheible verwies in diesem Zusammenhang auch auf die angelaufene Arbeit der Marketing Profis (Gruppe Drei), deren Ideen es jetzt rasch umzusetzen gelte. Und Stadtrat Werner Ziegler stieß ins selbe Horn, warf dann sogar die Idee in die Runde, auch in der Innenstadt Outlet-Geschäfte anzusiedeln. Auch Sascha Binder nähert sich der Thematik eher von der positiven Seite. „Wie bekommen wir die Verbesserungen auch in die Stadt“, seine Frage, die er mit einer Bringschuld der Stadt, aber auch mit dem Engagement des Handels verband. Sehr pessimistisch hingegen sieht Werner Gass die Situation des Einzelhandels, er glaubt, dass so mancher nicht überleben wird.

Der Streit über die diversen Gutachten, die mittlerweile zur Stadtentwicklung erstellt wurden, vorwiegend von der GMA, beherrschten streckenweise die konträre Diskussion. Hinzu kommt jetzt offenbar ein 240-seitiges Werk der Gruppe Drei, das den Stadträten mit dem Vermerk „streng vertraulich“ vorliegt. Stadtrat Jörg Bopp machte dazu öffentlich, dass offenbar Teile dieses Gutachtens dem Gemeinderat vorenthalten würden. „Das geht ja gar nicht“, klagte er an, „dann sind wir ja nur ein Marionettentheater.“ OB Dehmer, der Aufklärung versprach, hatte schon zu Beginn der Sitzung angekündigt, dass bereits im Mai erste Anstrengungen unternommen würden, die Anbindung des Outlets an die Stadt zu verbessern. Zu Nachfragen von Sascha Binder bezüglich Gewerbesteuereinnahmen durch die Fabrikverkäufe gab’s vom OB und Stadtkämmerer Bernd Pawlak eine positive Antwort, aber natürlich nicht zur Höhe.

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