Ex-Mann droht seiner Ex-Frau

In Angst lebt eine Ehefrau seit ihrer Scheidung. Ihr Ex-Mann stellt ihr nach und bedroht sie. Am Donnerstag stand der Ex-Mann vor dem Richter.

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"Du wirst mit mir sterben!" Ein 52-jähriger Mann, der seiner geschiedenen Frau nachstellt und ihr droht, stand am Donnerstag vor dem Geislinger Amtsrichter Reinhard Wenger. Das Gericht verhandelte wegen "Nachstellung und Bedrohung" und der Staatsanwalt warf dem Mann vor, seine Frau seit der Scheidung zu terrorisieren. "Stalking" nennt sich dieses wiederholte beharrliche Verfolgen oder Belästigen einer Person. Trotz des bereits verhängten Kontaktverbotes, so der Staatsanwalt, habe der 52-Jährige seiner Ex-Frau auf ihrem Arbeitsweg aufgelauert. Mit seinem Pkw ist er laut Staatsanwaltschaft neben ihr hergefahren, wobei er sein Opfer lautstark aus seinem Wagen heraus bedrohte. Dabei habe er eine Geste gemacht, die das Halsabschneiden bedeutete.

Schon zu Beginn seiner Aussage wies der 52-Jährige jegliche Schuld von sich. "Ich wusste nicht mal etwas von einem Kontaktverbot", erwiderte der Angeklagte. Seiner Frau hätte er nicht aufgelauert, und bedroht habe sie erst recht nicht, da er an diesem Tag auf einer Weihnachtsfeier eingeladen war und dort einiges getrunken hatte. "Betrunken fahre ich nicht Auto, niemals", verwahrte er sich. Ein Zeuge, der den Vorfall beobachtet hatte, sah das anders: "Er hat sie aus dem Pkw lautstark angeschrieben und die Frau ist hilfesuchend zu mir gerannt", sagte dieser Zeuge. Die Ex-Frau berichtete dem Gericht, dass der Angeklagte sie seit der Scheidung ununterbrochen stalkt. "Ich schaue wirklich jedes Mal aus dem Fenster, ob er wieder davor steht, bevor ich das Haus verlasse", berichtete sie vor dem Richter. Aus Angst vor dem Ex-Gatten gehe sie mittlerweile nur in Begleitung der Nachbarn oder mit Freunden aus dem Haus. "Er ruft mich mehrmals täglich an und schreibt mir SMS (Kurzmitteilungen aufs Handy) mit Drohungen. Manchmal klingelt er einfach minutenlang an meiner Türe und verschwindet wieder, ehe die Polizei eingetroffen ist", erzählte die verzweifelte Frau.

Die Drohungen per SMS waren dem Gericht bereits bekannt und belasteten den Angeklagten schwer, wie auch die Aussagen der Ex-Frau und des Zeugen. Halbherzig legte der Angeklagte ein Geständnis ab, da ihn Richter Wenger zuvor auf den Ernst der Lage hingewiesen hatte - eine Freiheitsstrafe. "Ich will mit dieser Geschichte einfach abschließen", sagte der Angeklagte gegen Ende der Verhandlung. Wegen des Geständnis verurteilte Richter Wenger den Angeklagten nur zu einer Geldstrafe von 600 Euro.

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