Etwas weniger Arbeitslose, mehr freie Stellen

Etwas weniger Arbeitslose, zugleich mehr offene Stellen: Diese Merkmale kennzeichnen auf Ende März den Arbeitsmarkt im Kreis Göppingen.

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"Der Arbeitsmarkt im März zeichnet sich vor allem durch zwei Aspekte aus: Die Zahl der Arbeitslosen geht weiter zurück und steht einem Anstieg an offenen Arbeitsstellen gegenüber." So fasst Bettina Münz, die stellvertretende Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur, die aktuelle Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt zusammen.

Im Agenturbezirk, zu dem die Landkreise Esslingen und Göppingen gehören, sind am Monatsende 15 590 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind lediglich 230 weniger als Ende Februar, aber 2244 weniger als vor einem Jahr. Bezogen auf alle Erwerbstätigen liegt die Arbeitslosenquote damit wie im Monat davor weiterhin bei 3,9 Prozent.

Im Kreis Göppingen verharrte die Quote auf 4,1 Prozent. Dahinter stehen 5340 Arbeitslose, Ende Februar waren es 80 mehr. Vor einem Jahr suchten 960 Männer und Frauen mehr nach einer bezahlten Tätigkeit, die Quote lag damals bei 4,8 Prozent. Die Zahl der offenen Arbeitsplätze stieg binnen Monatsfrist von 2610 Ende Februar auf nun 2700.

Von der leicht zurückgehenden Arbeitslosigkeit haben alle Personengruppen profitiert, unterstreicht Bettina Münz. Gleichwohl bleiben bestimmte soziale Gruppen überproportional stark von Arbeitslosigkeit betroffen - ihr jeweils aktueller Anteil im Kreis Göppingen: Personen ohne abgeschlossene Ausbildung: 47 Prozent; Personen im Alter von 50 Jahren und älter: 36 Prozent; Ausländer: 25 Prozent; Jugendliche unter 20 Jahre: 1,8 Prozent.

Bettina Münz konstatiert eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften in den Berufsbereichen Naturwissenschaft und Informatik: "Hier kommt rein rechnerisch ein Arbeitsloser auf eine gemeldete freie Arbeitsstelle."

Gedreht hat sich bereits das Verhältnis bei den Ausbildungsstellen: Seit Oktober vergangenen Jahres haben sich bei der Arbeitsagentur auf Bezirksebene 3610 junge Leute für eine Ausbildungsstelle beworben - bei 4492 Ausbildungsstellen. Aktuell kommen also auf einen Anwärter 1,2 gemeldete Ausbildungsstellen. "Seit dem letzten Jahr bildet sich ein Ausbildungsmarkt ab, bei dem deutlich mehr Ausbildungsstellen gemeldet sind als Bewerber", resümiert Münz. Bei den Top Ten der begehrtesten Ausbildungsberufe stehen Kaufmann im Einzelhandel, Industriekaufmann und Bürokaufmann ganz oben. Die meisten Ausbildungsstellen gibt es für Kaufleute im Einzelhandel, Industriemechaniker und Verkäufer.

Bereits jetzt werde es immer schwieriger, den Fachkräftebedarf zu decken, gibt Bettina Münz zu bedenken. Deswegen müssten die Potenziale durch Hilfen und Fortbildung genutzt werden. Münz: "Ich denke speziell an Frauen, Alleinerziehende und ältere Arbeitnehmer, aber auch an Langzeitarbeitslose und an bisher nicht ausreichend qualifizierte Menschen."

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