Ende der Burg dokumentiert

Der 18. Band des Jahrbuchs Hohenstaufen / Helfenstein ist das gewichtigste bisher. Weiten Raum nehmen darin Themen aus Geislingen und Umgebung ein. Ein Kapitel widmet sich der Zerstörung der Hiltenburg.

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380 Seiten ist es stark - und damit das gewichtigste, das bislang erschienen ist: Der 18. Band des Jahrbuchs Hohenstaufen / Helfenstein, herausgegeben vom Geschichts- und Altertumsverein und dem Kreisarchiv Göppingen, erzählt in seinen historischen Aufsätzen und kleineren Beiträgen vom späten Mittelalter bis ins Jahr 2012. Breiten Raum nimmt Karlfriedrich Grubers zweiter Teil der Geschichte der Hiltenburg ein: Gruber dokumentiert anhand der historischen Quellen auf 110 Seiten die Zerstörung der Burg über Bad Ditzenbach im Jahre 1516 und deren Folgen.

Detailliert und mit vielen Quellenauszügen und Bildern von Dokumenten, Stichen, Zeichnungen, einem Holzschnitt zeichnet Gruber das Ende der Burg nach: Von der Vorgeschichte des Blaubeurer Vertrags bis zu ihrer Einnahme am 20. Oktober 1516. Dabei macht Gruber auch Korrekturen an den bisherigen Überlieferungen. Der Beginn des Aufsatzes liest sich wie ein Mittelalterkrimi: "Die Zerstörung der Hiltenburg hängt eng zusammen mit dem Charakter Herzog Ulrichs und mit den von ihm größtenteils selbst verschuldeten Ereignissen in Württemberg seit 1515. Der Herzog hatte am 7. Mai 1515 während einer Jagd im Böblinger Wald seinen Freund und Stallmeister Hans von Hutten mit eigener Hand vorsätzlich und heimtückisch erstochen, weil dieser die unziemliche Leidenschaft des Herzogs für Huttens Gemahlin ausgeplaudert hatte (. . .)".

Unter dem Titel "Kreuze, Altäre und Chorgestühl aus UIm im frühen 15. Jahrhundert. Kunst für Todgeweihte und für Betende" befasst sich Roland Schweizer in seinem Beitrag mit gotischen Bildwerken in Deggingen.

In einem kleineren Beitrag erläutert Michael Weidenbacher mit der Besiedlung des Schlossbergs bei Bad Ditzenbach, illustriert mit den Fotografien jüngst im Bergfried im Vorderen Schloss der Hiltenburg gefundener Ausgrabungen: Einem bronzenen Zaumzeugbeschlag, Becherkacheln, Bruchstücke aus Gefäßen der Merowinger- und Karolingerzeit.

Weiterhin sind die Ausgrabungen auf dem Bad Ditzenbacher Schlossberg in den Jahren 2009 bis 2012 dokumentiert - in einem bebilderten Beitrag von Kreisarchäologe Reinhard Rademacher.

Weitere Artikel beschäftigen sich mit der Instandsetzung Geislinger Bauten: Hans Schaal und Ulrich Kottmann beleuchten die Außenrenovierung der Geislinger Stadtkirche in den Jahren 2005 und 2010/11, Peter Lecjaks die Restaurierung des Kriegerdenkmals 1870/71, die 2006 ihren Abschluss fand. Lecjaks ist überdies Autor eines Beitrags über den denkmalgeschützten Erhalt des zum Abbruch vorgeschlagenen Lagerhauses der Württembergischen Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft (WLZ) in Altenstadt. Das restaurierte Gebäude hat 2011 den 3. Platz im Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege erhalten.

Info Band 18 des Geschichtlichen Jahrbuchs Hohenstaufen /Helfenstein ist in den Archiven im Kreis sowie im Buchhandel erhältlich. ISBN3874375528; 18 Euro

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