Eine ganz intensive Erfahrung

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    Pia Nägele stand schon mal als Theater-Schauspielerin auf der Bühne. Foto: 
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    Leonie Konrad war mit 14 Jahren das erste Mal ohne ihre Eltern im Urlaub. Foto: 
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    Tomas Cabanis erinnert sich voller Selbstironie an sein erstes Bier. Foto: 
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    Der erste Flug war für Franziska Braun ein echtes Erlebnis. Foto: 
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    Jana Frank (links) denkt an ihre erste Fahrstunde. Foto: 
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Wer zum ersten Mal etwas erlebt, spürt es umso intensiver. Immerhin hat man keine Erfahrung, mit der das Erlebnis zu vergleichen ist. Oft ist es Wagnis, das man eingeht. Manchmal passiert es einfach. Aber immer bleibt es im Gedächtnis.

Fünf Jugendjournalisten der GEISLINGER ZEITUNG erzählen, wie ihr „erstes Mal“ war.

PIA NÄGELE (19) erinnert sich an ihren ersten Theaterauftritt:

„Jedes Jahr führt die zwölfte Klasse der Heidenheimer Waldorfschule das sogenannte Zwölfklassspiel auf. Im November vergangenen Jahres stand ich mit meiner Klasse auf der Bühne. Vier Wochen probten wir für das Stück „Nach 5 im Urwald.“

Bühnenerfahrung hatte ich zuvor nur von der Prinzengarde, wenn wir unseren Tanz am Fasching aufführten. Schauspielerisch war ich bis dahin noch nie tätig. Deshalb war alles neu für mich und ich war die Einzige aus meiner Klasse die so unerfahren war. Aufgeregt waren wir an den drei Tagen der Vorführung aber alle!

Ich würde nicht sagen, dass ich am nervösesten war, dennoch hatte ich großen Respekt vor dem, was mich erwartet. An einem Freitagmorgen hatten wir unsere erste Vorführung vor der ganzen Schule. Mein Klassenkamerad und ich durften die Anfangsrede halten, selbst die musste auswendig vorgetragen werden.

Meine Theaterlehrerin gab uns ein Signal und somit gingen wir gemeinsam vor den Vorhang und begannen zu reden. Ich war so nervös, dass ich zitterte. Ich hatte kein Gefühl mehr in meinen Beinen. In meiner Hand hielt ich zur Not meine aufgeschriebene Rede und musste in meiner Aufregung auf das Blatt schauen, da ich einen Texthänger hatte.

Zum Glück saß das Publikum im Dunkeln, somit war ich nicht von den Blicken und Gesten der Zuschauer abgelenkt. Das Bühnenlicht blendete mich so stark, dass ich ständig blinzeln musste, dies machte mich verrückt.

Nach unserer kurzen Rede begann das Klassenspiel und je näher wir dem Ende kamen, desto lockerer wurde ich. Die darauf folgenden Aufführungen liefen immer besser! Zwar war ich vor jedem Auftritt gleich hibbelig, aber die Routine machte unser Klassenspiel von mal zu mal besser. Es machte mich sehr stolz, dass zu jeder Aufführung von mir jemand anderes von meiner Familie oder vom Freundeskreis kam. Genau das machte das Theaterspielen aus – die Zuschauer sind die Motivation und gaben den Spaß den ich beim Schauspielern hatte. Ich fand sehr interessant wie unterschiedlich die Zuschauer auf das Stück angesprungen sind. Ich würde liebend gerne die Zeit auf vor dem ersten Auftritt zurückdrehen.“

TOMAS CABANIS (19) hat als 15-Jähriger sein erstes Bier getrunken:

„Raten Sie mal, wie sich ein Kind den Geschmack von einem Bier vorstellt!

Ich kann Ihnen diese Frage beantworten: wie kaltgestellter Apfelsaft. Schon als Achtjähriger träumte ich nämlich von der Fernsehwerbung der Biermarken. Damals dachte ich, dass das Bier wie eine Mischung aus Fanta und Apfelsaft schmeckt. Meine Vorstellung vom meistgetrunkenen Feierabendgetränk der Deutschen änderte sich jedoch gravierend, als ich den ersten Schluck davon kostete.

Bah, war das ekelhaft. Ich, damals 15 Jahre alt, hinter einem Supermarkt mit einem Kumpel. Wir hatten einen alten Mann überredet, uns ein Sixpack zu kaufen. Das Bier schmeckte bitter, warm und süffig. Ganz und gar nicht so wie ich es mir als Kind vorstellte. Ausgetrunken habe ich es trotzdem. Neugier und Gruppenzwang waren nur zwei Gründe dafür. Im Nachhinein bereute ich es nicht, Bier getrunken zu haben. Eine Woche später trank ich nämlich schon das Nächste.“

LEONIE KONRAD (19) hat bei ihrem ersten Urlaub ohne Eltern viel über Geld gelernt:

„Vor etwas mehr als fünf Jahren, erlebte ich mein erstes Mal Urlaub ohne meine Eltern. Natürlich hatte ich mit meinen jungen 14 Jahren den Urlaub nicht komplett alleine organisiert. Ich war mit einem Jugendreiseunternehmen gemeinsam nach London unterwegs. Wir fuhren mit dem Bus und lebten in Caravans in der Nähe Londons.

Zu Beginn war es sehr ungewohnt, jedoch hatte ich mich sehr schnell daran gewöhnt. Kontakt zu Gleichaltrigen ließ sich so beispielsweise leichter aufbauen, als wenn die Eltern immer mit dabei waren.

Trotzdem wurde mir da erst bewusst, wie viele Ausgaben man für Lebensmittel in solch einem Urlaub hat. Wir bekamen zwar Frühstück und Abendessen in unserer Unterkunft. Den Rest konnte man sich von seinem Taschengeld unterwegs kaufen. Durch diese Erfahrung wurden einige von uns etwas sparsamer, als es im sorglosen Familienurlaub der Fall ist.

Auf alle Fälle hat mir diese Urlaubserfahrung sehr viel Spaß gemacht und wurde gleich im nächsten Jahr wiederholt.“

FRANZISKA BRAUN (15) weiß noch genau, was sie beim ersten Mal fliegen erlebt hat:

„Wenn auf Familienfesten peinliche Kindheitsgeschichten erzählt werden, darf die Geschichte über den ersten Flug von meiner Schwester und mir nicht fehlen. Denn als meine Familie zum ersten Mal in den Urlaub geflogen ist, gab es durchaus amüsante Zwischenfälle, die meine damals drei Jahre alte Schwester, aber auch mein fünf Jahre altes Ich zu verschulden hatten.

So hatte ich damals auf dem Hinflug, so erzählt es meine Mutter, meine Orangenlimo zur Freude der Flugbegleiter im Flugzeug verteilt. Aber auch der Rückflug entwickelte sich zu einer Sitcom. Nachdem meine kleine Schwester sich zunächst weigerte in das Flugzeug zu steigen, da wir mit einer anderen Maschine hergeflogen waren, wurden wir nach dem Check-In noch einmal an den Schalter gerufen. Nachdem sich, wie meine Mutter erklärte, der Schreck gelegt hatte, wurden uns andere Plätze zugeteilt, da Familien ihre Plätze nicht am Notausgang, wo wir eigentlich sitzen sollten, haben dürfen. Da meine Mutter einen entspannteren Rückflug haben wollte, saßen meine Schwester und ich bei meinem Vater, während meine Mutter sich auf den Platz in einer anderen Reihe setzte. Aber falsch gedacht: Denn das Ehepaar, zwischen welchem meine Mutter im Flugzeug saß, stritt sich den ganzen Rückflug über meine Mutter hinweg.“

JANA FRANK (17) hatte richtig Respekt vor ihrer ersten Fahrstunde:

„An meine allererste Fahrstunde erinnere ich mich noch ganz genau. Denn ich hatte ziemlich Angst davor, auf einmal in einem Auto zu sitzen und selbstständig das Fahrzeug bedienen zu müssen.

Natürlich war mir klar, dass mein Fahrlehrer daneben sitzt und eingreift, bevor ich in die Gegenfahrbahn gerate und einen Unfall baue. Doch als ich dann tatsächlich zum ersten Mal am Steuer eines Autos saß, waren diese Gedankengänge in meinem Kopf völlig ausgeblendet.

Mein größtes Problem stellte damals die Kupplung des Autos dar, denn mir war bis dahin völlig schleierhaft, wie man gleichzeitig Gas geben und die Kupplung zum Schalten bedienen sollte, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Aus diesem Grund war ich auch entsprechend nervös, als mein Fahrlehrer nach einer ausführlichen mündlichen Einführung in die Welt der Autos verkündete, dass ich mich schon sofort in den üblichen Straßenverkehr einordnen soll.

Doch am Ende war alles halb so schlimm. Es gab zwar viele erste Probleme wie zum Beispiel das Anfahren, aber mein Fahrlehrer stand mir natürlich zur Seite, sodass mir größere Peinlichkeiten erspart blieben und ich später heil und gesund aus dem Auto steigen konnte. Auf jeden Fall hinterließ mein erstes Mal am Steuer einen bleibenden Eindruck, sodass ich heute noch gerne mit einem Schmunzeln daran zurückdenke.“

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