Eine fast andersweltliche Schönheit

Das irische Quintett "Altan" begeisterte das Rätsche-Publikum am Sonntag mit ihrer Mischung aus rasanter Tanzmusik und traditionellen Liedern.

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Vor 25 Jahren sind "Altan" zum letzten Mal in Geislingen aufgetreten. Seither haben sich die Musiker aus dem County Donegal im hohen Norden der Republik Irland in ihrem Heimatland und darüber hinaus als Legenden des traditionellen Irish Folk etabliert: Die irische Post ehrte die Band mit einer eigenen Briefmarke, ihre Alben wurden mit Auszeichnungen überschüttet und ihre Live-Shows sind in Europa, Australien und den USA gefragt - unter anderem spielten "Altan" schon zweimal im Weißen Haus. Ihre Authentizität, die enge Verbindung mit der Musik Donegals und die gekonnte Balance zwischen ausgelassener Tanzmusik, sanften Liebesliedern und düsteren Balladen hat sich das Quintett indes bewahrt. Davon konnte sich das begeisterte Publikum im vollbesetzten Geislinger Schlachthof am Sonntagabend selbst überzeugen.

Mit mitreisender Virtuosität starteten "Altan" in den Konzertabend: Mit den ersten Jigs und Reels legten Mairead Ni Mhaonaigh (Gesang, Geige), Ciaran Tourish (Geige, Tin Whistle), Dermot Byrne (Akkordeon), Daithi Sproule (Gitarre), Ciaran Curran (Bouzouki) sofort ein rasantes Tempo vor, das sich im Laufe des Konzertes immer weiter steigern sollte. Das besondere Flair verleihen der Tanzmusik im dicht gewobenen Breitwand-Sound die sich duellierenden Geigen von Mairead und Ciaran. Sie spielen das Publikum, das sich nicht auf die auf der Bühne frei gelassene Tanzfläche traute, schon beim Zuhören schwindlig. Wie ein Kreisel, der langsam auf eine Tischkante zuwirbelt, aber nie herunterfällt, hielten die Musiker die atemlos schnellen Stücke gekonnt unter Kontrolle.

Als Ausgleich streuten "Altan" immer wieder Verschnaufpausen für sich und das Publikum ein: Traditionelle Volkslieder mit betörenden uralten Melodien, denen Maireads klare Stimme und die zarte, schimmernde Begleitung ihrer Musiker eine fast andersweltliche Schönheit verleihen. Viel dazu trägt die gälische Sprache mit ihren fremdartigen Klängen bei. Am Ende haben "Altan" den Zuhörern einen Refrain auf Gälisch beigebracht und es geschafft, dass es die allermeisten nicht mehr auf ihren Sitzen hält.

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