Ein Tumor so groß wie ein Handball

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  • Grykas Tumor am Hals hatte die Größe eines Handballs erreicht (linkes Bild). Das rechte Bild zeigt Denise Bassler mit dem Mädchen, das zu diesem Zeitpunkt schon erfolgreich am Hals operiert worden ist. Für die weitere Behandlung ist zusätzlich Geld nötig. 1/2
    Grykas Tumor am Hals hatte die Größe eines Handballs erreicht (linkes Bild). Das rechte Bild zeigt Denise Bassler mit dem Mädchen, das zu diesem Zeitpunkt schon erfolgreich am Hals operiert worden ist. Für die weitere Behandlung ist zusätzlich Geld nötig. Foto: 
  • Denise Bassler aus Weiler sammelt Spenden für Gryka 2/2
    Denise Bassler aus Weiler sammelt Spenden für Gryka Foto: 
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Denise Bassler kommt aus Weiler, lebt aber seit Anfang März dieses Jahres auf den Philippinen. Der 26-Jährigen gefällt es dort richtig gut. Ihre Mutter ist Philippinin, daher hat sie Verwandtschaft auf den Inseln. Sie lebt in Cebu City, der zweitgrößten Stadt des Inselstaats und verdient ihren Lebensunterhalt als Make-Up-Artist. Ihre Werbung läuft vorwiegend über ihre Facebook-Seite  – und dort war es auch, wo sie zum ersten Mal das Foto von Gryka sah: Das Foto mit dem handballgroßen, aufgeplatzten Tumor am Hals des Kindes. „Ich war schockiert. Und mein erster Gedanke war, das Mädchen muss doch ins Krankenhaus“, sagt Denise Bassler.

Spontan reagierte die Deutsch-Philippinin und besuchte das kleine Mädchen, um sich selbst ein Bild zu machen. „Ich wollte nicht glauben, was ich auf Facebook sah. Aber es war wirklich so schlimm.“

Gryka ist eines von fünf Geschwistern und lebt mit den Eltern in einem winzigen Haus ohne Fenster. Schon vor zwei Jahren hatte sie Krebs: am Auge. Ihre Eltern liehen sich Geld bei Nachbarn und bei der Bank und verkauften ein kleines Grundstück, um mit Gryka ins Krankenhaus gehen zu können. Das linke Auge musste entfernt werden, aber der Krebs schien besiegt. Dann jedoch fing die Schwellung am Hals an – wie die behandelnde Kinderärztin vermutet, ist dies jedoch eine andere Krebsart als jene am Auge.

Die Eltern der Kleinen hatten keinerlei Rücklagen mehr, sie konnten sich eine erneute ärztliche Behandlung nicht leisten und mussten hilflos zusehen, wie der Tumor wucherte.

„Ich konnte nicht anders, ich habe spontan versprochen, Gryka noch in derselben Woche ins Krankenhaus zu bringen“, erzählt Denise Bassler. Heute bezeichnet sie sich als blauäugig. Sie habe – zum Glück – nicht geahnt, welche Kosten und welcher Zeitaufwand damit auf sie zukommen würden.

Es war Montag, der 18. Juli, als sie Gryka besuchte. Am selben Tag startete sie einen Spendenaufruf auf Facebook und fragte sämtliche Verwandte, Freunde und vor allem sämtliche „Freunde“ auf ihrer Facebookseite nach Spenden. „Die Resonanz war gewaltig.“

Sie schildert, wie sie allein auf die Spendenzusagen hin bereits am Mittwoch das Mädchen samt Eltern abgeholt und ins Krankenhaus gebracht habe. „Aber dort wird erst gehandelt, wenn das Geld auf dem Tisch liegt. Ich habe auf Facebook geschrieben: Leute, ich bin im Krankenhaus, brauche das Geld sofort – und tatsächlich sind die Menschen aus der Umgebung dorthin gekommen. Einer mit sage und schreibe umgerechnet 700 Euro.“

Denise kann die Großzügigkeit bis heute kaum fassen. In der ersten Woche flossen 1500 Euro aufs Konto. Das reichte für die ersten Untersuchungen, eine Woche Krankenhausunterbringung und die Medikamente.

Lange diskutierten die Ärzte, ob sie das Risiko einer Operation eingehen sollten, waren doch Halsschlagader, Speiseröhre und Luftröhre des 15 Kilogramm leichten Mädchens vom Tumor überwachsen. Denise Bassler wurde zur Ansprechpartnerin für die überforderten Eltern genauso wie für die Ärzte. Ihre eigenen Aufgaben lagen brach, täglich besuchte sie die kleine Patientin, die am 29. Juli schließlich erfolgreich operiert wurde.

„Zu unserem Glück eröffnete genau in der Zeit, als Gryka entlassen werden sollte, in Cebu City ein Krebshaus für Kinder – das ‚Everlasting Hope‘ “, berichtet Denise von der spendenfinanzierten Einrichtung der Amerikanerin Kristina Andersen, in der kleine Krebspatienten samt Eltern kostenlos Unterkunft finden.

„Zum Glück“ deshalb, weil ­genau zu diesem Zeitpunkt das gespendete Geld – wofür sich außer Denise Bassler noch der „Cebu-­Foreigners-Club“ und ein Motorradclub aus der Stadt eingesetzt hatten – aufgebraucht war.

Insgesamt 16­ 000 Euro hat die Behandlung der kleinen Gryka bis heute gekostet. „Inzwischen kommen kaum mehr Spenden rein“, erklärt die Weilemerin, die momentan vier Wochen Urlaub zu Hause verbringt. Weil Gryka jedoch mindestens neun Monate lang auf Chemotherapie angewiesen ist und weil jede einzelne Chemotherapie nur gemacht wird, wenn die jeweils dafür notwendigen 400 Euro bezahlt sind, hofft Denise Bassler dringend auf weitere Spenden. „Schön wäre es, wenn sich 100 Leute dazu bereit erklären würden, neun Monate lang zwischen zehn und 25  Euro zu spenden. Dann wäre Grykas Behandlung gesichert.“

Kontakt: Wer spenden möchte, kann sich auf Facebook an Denise Bassler wenden. Auf der Seite gibt es zudem Infos über Gryka und ihren Gesundheitszustand sowie Fotos.

Die IBAN-Daten von Denise Basslers Konto lauten:

DE32 610605000633138002, Stichwort „Gryka“. Spendenbescheinigungen kann Denise Bassler als Privatperson keine ausstellen.

Hilfe: Außer Denise Bassler sammelt der „Cebu-Foreigners-Club“ unter www.gofundme.com/ 2fw5kmk4 ebenfalls für Gryka. Falls mehr Spenden ­eingehen sollten, als Gryka für die Chemo und eventuelle Nach­behandlungen braucht, wird dieses Geld als Spende für das Kinderkrebshaus „Everlasting Hope“ in Cebu City verwendet.

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