Idee vom Baggersee lässt manche Geislinger träumen – und andere zweifeln

Die Geislinger Jugendgemeinderäte träumen von einem Baggersee in der Fünftälerstadt. Oberbürgermeister Frank Dehmer sagt, wie die Chancen dafür stehen.

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Nadine und ihre Freundinnen springen vom Holzsteg ins kühle Wasser. Platsch, und schon tauchen sie unter. Die Mädchen schwimmen um die Wette und halten Ausschau nach Fischen. Anschließend sonnen sie sich am Strand und essen ein Eis.

Nein, die drei sind nicht im Urlaub. Sie sind am Geislinger Baggersee. So jedenfalls stellen sich die Geislinger Jugendgemeinderäte den See in ihren Träumen vor. Doch kann aus der Idee, die Anfang des Jahres bei der Geislinger Jugendkonferenz vorgestellt wurde, Realität werden?

Unterstützer hat das Projekt allemal. In den sozialen Netzwerken wird immer wieder über das Thema gesprochen. Konkrete Pläne hat der Jugendgemeinderat noch nicht vorgelegt. Sie seien in der Anfangsphase und sammelten momentan Anregungen“, erklären Kai Hummel und die anderen Jugendgemeinderäte Victoria Kutek, Maximilian Erhardt und Franziska Mauch. Was für sie wichtig wäre: Der See sollte für alle zugänglich und mit ausreichend Sitz- und Liegemöglichkeiten ausgestattet sein.

Ein Baggersee könnte ihrer Ansicht nach zu einer Hauptattraktion in Geislingen werden und interessanter Treffpunkt für Jung und Alt sein. „Außerdem könnte ein See Besucher aus der ganzen Region anlocken, das würde dem Stadtbild nicht schaden“, meint Kai Hummel.

Wo ein Baggersee angelegt werden könnte, ist noch unklar. So mancher Jugendliche könnte sich als perfekte Lage das ehemalige Erdbeerfeld hinter den Neuwiesen vorstellen. Andere Jugendliche würden den See gern in der Nähe der Fils errichten, da dadurch ein Rückstau-Becken im Fall von Hochwasser entstehen könnte.

Der Jugendgemeinderat und seine Unterstützer arbeiten ehrgeizig an der Idee – und hoffen, mit ihrer Vision eine Aufbruchstimmung in Geislingen zu erzeugen.

Auch der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer ist von dem Grundgedanken nicht abgeneigt. Es klinge interessant so etwas in Geislingen zu haben, meint er, jedoch müsse man bedenken, dass die Wasserqualität so mancher Seen manchmal nicht den Vorschriften entspreche. „Diese Seen mussten dann abgesperrt werden“, erklärt der OB.

Ein größeres Problem sieht er jedoch in der Finanzierung des Baggersees: „Im Hinblick auf die Kosten ist das Projekt eher nicht realisierbar. Leider sind Baggerseen dort entstanden, wo vorher mit Baggern etwas abgebaut wurde – zum Beispiel Kies. So eine Fläche haben wir in Geislingen nicht.“ Die Erstellung einer für einen See nötigen Grube wäre zu teuer, zudem sei schon das Geislinger 5-Täler-Bad jährlich auf Zuschüsse von 1,5 Millionen Euro angewiesen.

17 Kilometer entfernt von Geislingen wurde bereits 1978 die Idee eines künstlich angelegten Sees umgesetzt. Doch der Lonesee im Ort Lonsee  bescherte der Gemeinde oftmals Probleme. Erst vor drei Jahren musste die Anlage rund um den See in Höhe von 485 000 Euro saniert werden. Der verwahrloste Picknickplatz, der veraltete Spielplatz und der unreine Wasserzustand ließen vor der Neugestaltung die Besucherzahlen rapide sinken.

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