Die nächste Sperrung der Geislinger Steige droht

Die Geislinger Steige ist wieder frei – fristgerecht. Allerdings zeichnet sich schon die nächste Sperrung ab: Die Baumfäller kamen nicht ganz durch.

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  • Nach der groß angelegten Fällaktion an der Geislinger Steige stapelt sich das Holz bei der Straubmühle. 1/2
    Nach der groß angelegten Fällaktion an der Geislinger Steige stapelt sich das Holz bei der Straubmühle. Foto: 
  • Die vier Tage Anfang November haben nicht gereicht. Im kommenden Jahr wird die Geislinger Steige erneut komplett für den Verkehr gesperrt werden müssen, damit auch die restlichen Bäume und Sträucher entlang der B 10 beseitigt werden können. 2/2
    Die vier Tage Anfang November haben nicht gereicht. Im kommenden Jahr wird die Geislinger Steige erneut komplett für den Verkehr gesperrt werden müssen, damit auch die restlichen Bäume und Sträucher entlang der B 10 beseitigt werden können. Foto: 
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So chaotisch wie auf der Umleitungsstrecke ging‘s bei den Fällarbeiten an der Geislinger Steige nicht zu. Während sich der Verkehr wegen mangelhafter Beschilderung staute und sich Lkw in der Folge sogar auf Feldwege verirrten, wurde an der Steige fieberhaft gearbeitet. Rund 850 Festmeter wurden von Donnerstag bis Sonntag links und rechts der B 10 gefällt, um den Verkehr auf der Bundesstraße zu sichern.

Eine Maßnahme, die dringend erforderlich war. „Inzwischen ist das Eschensterben so massiv, dass wir nicht weiter zögern konnten“, betont der Geislinger Revierförster Gottfried Schön. Die tödliche Pilzkrankheit befällt nicht nur die Triebe von Eschen, sondern zerstört auch ihre Wurzeln. „Die Wurzelfäule  sieht man dem Baum aber nicht an. Er kann von heute auf morgen umfallen“, warnt der Förster vor der akuten Gefahr für den Verkehr.

Und die lauert an der Steige zwischen Bahn und Bundesstraße überall. „Der Steilhang wird nicht bewirtschaftet. Deshalb kann sich dort Unkraut ansiedeln“, erläutert Schön. Eschen sind das Unkraut des Waldes. Da die Laubholzart sehr schnell wächst, leidet sie nicht so stark unter dem Verbiss durch Wild  wie Buchen oder Eichen. Entsprechend kahl sieht die Steige nach der groß angelegten „Säuberungsaktion“ aus.

Allerdings nicht auf ganzer Strecke: Oberhalb der B 10 weisen einzelne Baum- und Strauchinseln daraufhin, dass die Fällmannschaften der Bahn nicht ganz fertig geworden sind. „Die werden  wohl nochmal anrücken müssen“, konstatiert der Förster und deutet damit schon die nächste Sperrung der Steige an. Wann die restlichen Bäume gefällt werden, steht noch nicht fest. „Bis April  sollte das aber spätestens erledigt sein“, erinnert Schön unter anderem an den Schutz der im Frühling brütenden Vögel.

Auch die Bahnstrecke bröckelt

Die erneute Sperrung wird wohl nicht die letzte sein. Neben dem Verkehr auf der B 10 muss auch der Zugverkehr gesichert werden. Wie ein Sprecher der Bahn am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, beginnt an den arkadeförmigen Bauwerken, die den Gleiskörper am Hang stützen, der Beton zu bröckeln. Diese Sanierung soll aber erst in drei bis vier Jahren in Angriff genommen werden. Ob das erneut unter Vollsperrung oder mit weniger Behinderungen erfolgen kann, weiß man bei der Bahn am Mittwoch noch nicht.

Fast so schwierig wie die Arbeitsbedingungen im Steilhang sind die Besitzverhältnisse auf dem 2,7 Kilometer langen Abschnitt an der Geislinger Steige. Die rund 11,5 Hektar Wald links und rechts der B 10 zwischen dem Geislinger Friedhof und der Abzweigung nach Wittingen teilen sich Stadt
(4 Hektar), Bahn (5) , Staat (1), Land (0,3) sowie ein Privatbesitzer (0,2).

Der Großteil der Fäll­aktion betraf Bäume und Sträucher auf dem Gelände von Bahn mit 500 Festmetern und Stadt (350 Festmeter).  Die Bahn ließ fast den gesamten Hieb von einem Unternehmer häckseln, der die Hackschnitzel auch übernahm.

Von den 350 Festmetern im Stadtwald wurden 200 Festmeter gehäckselt. 150 Festmeter sind Brennholz, das laut Revierförster Gottfried Schön schon zum Großteil verkauft ist.

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