Die erste standesamtliche Trauung in Aufhausen seit 42 Jahren

In Aufhausen ist am Samstag die erste standes­amtliche Trauung seit der Einge­meindung nach Geislingen im Jahr 1975.

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Ortsvorsteher Ludwig Krauss tut alles, um dem Brautpaar Romppel die Wunschtrauung zu ermöglichen.  Foto: 

Außer ihrem Dorfladen, der Anfang November seine Pforten öffnen soll, haben die Aufhausener noch mehr Grund zum Freuen: Nach 42 Jahren, seit Aufhausen nach Geislingen eingemeindet wurde, dürfen Brautpaare in ihrer Gemeinde wieder standesamtlich getraut werden. Die Ersten, die sich in Aufhausen nach mehr als vier Jahrzehnten wieder das Jawort geben, sind Sandra Hanschick und Andreas Romppel – und zwar am heutigen Samstag.

Zu verdanken ist das Ortsvorsteher Ludwig Krauss. Mit der Eingemeindung im Jahr 1975 fielen sämtliche Ämter weg, Trauungen durften fortan im Ort nicht mehr abgehalten werden. In den folgenden Jahren kam das Gespräch oft darauf, wie schade es wäre, dass man in Aufhausen nicht mehr heiraten könne, erzählt Krauss.

Im Jahr 2009 gab es aber eine Änderug des Personenstandsgesetzes. Seither gibt es im Land drei Kategorien von Standesbeamten: den Voll-Standesbeamten, der Verhinderungsvertreter sowie den Eheschließungsstandesbeamten. Unter letztere Kategorie fallen unter anderem die (Ober-) Bürgermeister, aber eben auch die Ortsvorsteher. „In Baden-Württemberg dürfen Ortsvorsteher als Eheschließungsstandesbeamte standesamtliche Trauungen durchführen“, erklärt Krauss.

Begeistert trug er seinen Vorschlag, diese Aufgabe zu übernehmen, Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer und Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner vor – und bekam das Okay. Nach einem Seminar in Sindelfingen, das Krauss als „formalen Akt“ bezeichnet, ernannte Dehmer ihn also zum Eheschließungsstandesbeamten. Da nicht einfach im Wohnzimmer geheiratet werden kann, wurden zwei Räume des Rathauses als Traustätten gewidmet.

Für das Brautpaar hatte schon festgestanden, dass ihre Trauung in Geislingen stattfinden wird. Dass es nun ganz anders gekommen ist, darüber sind beide glücklich. „Wir konnten in Aufhausen alles nach unseren Wünschen gestalten und durften uns sogar die Uhrzeit aussuchen“, erzählt die Braut Sandra Hanschick: „Außerdem kenne ich Herrn Krauss schon lange und bin mir sicher, dass er die Trauung mit viel Herz machen wird.“ Andreas Romppel freut sich, den großen Schritt in seiner Heimat machen zu können. „Es ist ganz besonders, hier zu heiraten“, sagt er

Heute nun, genau acht Monate nach dem Antrag, wird das künftige Ehepaar Romppel den Bund der Ehe eingehen . Der 9.9. um 9 Uhr – eine Wunschhochzeit am Wunschtag mit Wunschuhrzeit, ist sich das Brautpaar einig. „Das Geislinger Standesamt führt Trauungen nur an einem Samstag im Monat durch – und das war nicht unser Wunschtermin“, erzählt Bräutigam Romppel. In Aufhausen kam Krauss ihnen sowohl beim Datum als auch bei der Uhrzeit entgegen. „Ich würde die Trauung auch um vier Uhr morgens machen. Da richte ich mich ganz nach den Wünschen des Brautpaars“, sagt er.

Kennen gelernt hat sich das Paar über die Online-Plattform Facebook; das erste Mal gesehen haben sie sich im Pflegeheim Sonnenblick. Sie ist dort angestellt, er hat seinen 16-jährigen Sohn ­Ramon zu einem sozialen Engagement dorthin gebracht. Außer ­Ramon bringt Romppel noch die zwölfjährige Tochter Justine in die Ehe. Hanschick hat einen fünfjährigen Sohn namens Attila. In zwei Jahren soll die kirchliche Trauung folgen – laut der Braut am liebsten in der Frauenkirche in Dresden, ihrer Geburtsstadt. „Schon als kleines Mädchen habe ich gesagt, dass ich in der Frauenkirche heiraten will, wenn sie mal fertig ist“, erzählt sie. Immerhin: die Trauringe kommen von einem Juwelier aus Dresden nahe der Kirche.“

Die Trauung beginnt mit Klaviermusik von Renate Menzel, die ihr elektrisches Piano dabeihat; nach der Zeremonie geht es im Ochsen in Merklingen mit dem Hochzeitsbrunch weiter bis zum Nachmittag. Eine Hochzeitstorte darf nicht fehlen: zwei ineinander verschlungene Herzen aus Erdbeersahnetorte gibt es zu Kaffee und Kuchen. In zwei Jahren soll dann alles eine Hausnummer größer sein: „Zur kirchlichen Hochzeit möchte ich schon eine mehrstöckige Torte“, verrät die Braut.

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