Aktion Rückenwind hilft Kindern, ihre Talente zu entdecken

Die Aktion Rückenwind fördert Kinder aus einkommensschwachen Familien, in denen das Geld für Musikunterricht oder Nachhilfe fehlt.

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Mit dem Wind im Rücken kommt man schneller vorwärts:  Die Aktion Rückenwind hilft Kindern aus finanziell schwachen Familien, ihre Talente zu entdecken  und einfach dazu zu gehören  – beim Sportverein, der Sommerfreizeit oder im Jugendorchester.    Foto: 

Neue Fußballschuhe, die Leihgebühr für die Klarinette, das Geld für die ersehnte Woche in der Ferienstadt oder die dringend notwendige Mathe-Nachhilfe: Diese Wünsche müssen Eltern mit niedrigem Einkommen ihren Kindern oft schweren Herzens abschlagen. Die ökumenische Aktion Rückenwind hilft  und ermöglicht den Kindern Musik-und Sportunterricht, Nachhilfe und die Teilnahme an Ferienprogrammen.

Über 1000 Förderanträge aus dem gesamten Landkreis Göppingen hat die Aktion Rückenwind in den vergangenen sieben Jahren bewilligt. Jedes Jahr kommen  etwa 150 neue hinzu, ein Drittel aus Geislingen und Region. Die Förderung läuft zunächst für ein Jahr, kann aber im Prinzip jedes Jahr bis zur Volljährigkeit verlängert werden.

Musikunterricht sehr gefragt

Etwa 40 000 Euro benötigen die Verantwortlichen pro Jahr, um die Aktion am Laufen zu halten. Dabei ist Rückenwind vollkommen auf Sponsoren und Spenden angewiesen. „Wir fangen jedes Jahr bei Null an“, sagt Akos Csernai-Weimer von der Katholischen Arbeiterbewegung, die zusammen mit Caritas, Diakonie  und dem Netzwerk Arbeitswelt Träger der Aktion ist.

Die Anträge verteilten sich im Landkreis recht gleichmäßig auf die vier Förderbereiche Sport, Musik, Nachhilfe und Freizeit, sagt Csernai-Weimer. In Geislingen gebe es allerdings  eine kleine  Abweichung, fügt Simone Zwicker von der Geislinger Diakonie hinzu: Musikunterricht sei dort besonders nachgefragt, was wohl auch am guten Kontakt zur hiesigen Jugendmusikschule liege. Die Rückmeldungen der Musiklehrer zeigten, dass die Rückenwind-Schüler  oft besonders motiviert seien.

Die wöchentliche Stunde Klavierunterricht etwa sei für Kinder aus Familien, in denen sich oft nicht nur die finanziellen Probleme häufen, eine Insel in den Belastungen des Alltags, führt Simone Zwicker aus. Sie erzählt von einem Mädchen, das sich viel um die Geschwister und sogar die Mutter kümmern muss. „Der Musikunterricht ist eine Stunde in der Woche, die ihr ganz alleine gehört.“ Den Kindern dieses „Ausbrechen“ zu ermöglichen sei eines der Ziele der Aktion Rückenwind. Dazu kann auch das Gruppenerlebnis im Sportverein gehören. Oft sei es  für die Kinder schwierig, Freunde nach Hause einzuladen, erläutert Simone Zwicker. „Da hat die Integration in eine Mannschaft noch einmal eine ganz andere Bedeutung.“

Krise wird Dauerzustand

Ein Ersatz für staatliche Leistungen stellt die Förderung der Aktion Rückenwind nicht dar, betont sie, sondern eine Ergänzung.  Das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket der Jobcenter etwa muss vor einer Antragstellung ausgeschöpft werden. „Wir fördern auch nicht ausschließlich Familien, die Hartz IV beziehen, sondern auch Menschen mit niedrigem Einkommen, das bis zu 25 Prozent über dem Arbeitslosengeld II liegt“, erklärt  Akos Csernai-Weimer. Denn für Geringverdiener sei es oft noch schwieriger, Unterstützung zu bekommen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Rückenwind: Die Aktion behält die Gesamtsituation der Familien im Auge. „Wir geben nicht nur Geld raus, sondern verknüpfen das Angebot immer mit Beratung“, sagt Weimer. Oft gebe es viele unterschiedliche „Baustellen“, an denen es hakt, meint Ulrike Zwicker: dauerhafte finanzielle Nöte, Probleme mit der Erziehung,  Schwierigkeiten in der Schule,  manchmal drohe sogar der Verlust der Wohnung. „Für die Familien geht es oft ums Überleben, für die  Kinder bleibt dann keine Zeit.“  Früher sei es einfacher gewesen, eine Krise zu überwinden, betont Weimer. „Heute  wird aus der Krise oft ein Dauerzustand.“

Deshalb versuche die Aktion Rückenwind auch politisch Einfluss zu nehmen. „Es kann nicht unsere Aufgabe sein, auf Dauer die Fehler der Politik durch Spenden auszubügeln“, konstatiert Weimer.

Helfen
Mit Veranstaltungen können  Sie die Projekte der GZ-Weihnachtsaktion unterstützen. Möglich sind beispielsweise Konzerte, Kabarett-Abende, Benefiz-Essen, Basare, Partys oder Tombolas – zum Beispiel im Betrieb oder im Verein.

Geldspenden
Sie können entscheiden, ob Sie für alle Projekte spenden oder für einzelne.

Die Spendenkonten sind: Kreissparkasse Göppingen IBAN: DE24 6105 0000 
0006 0770 99
Volksbank Göppingen
IBAN: DE14 6106 0500
0608 0000 00
Jeder Spender wird in der GEISLINGER ZEITUNG ­genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken).

Sachspenden
Auch für die Tombola der GEISLINGER ZEITUNG beim Weihnachtsmarkt in der Geislinger Altstadt vom 15. bis 17. Dezember sind wir wieder ganz stark auf Ihre Unterstützung angewiesen. Verlost werden sowohl  Sachspenden als auch Gutscheine.
Unsere Sekretärinnen bitten momentan Geschäftsleute aus Geislingen und Umgebung telefonisch um Unterstützung. Wer etwas spenden möchte, kann sich gerne beim Redaktions­sekretariat melden, unter der Rufnummer
☎ (07331) 202-42

Kontakt
Bei allen Fragen und Ideen rund um die GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“ können Sie sich an die GZ-Volontärin Stefanie Schmidt wenden. Kontakt: ☎ (07331) 202-41 oder per E-Mail:
s.schmidt@swp.de  

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