Neues Buch: Laierhöhle bei Weiler auf den Grund gegangen

Der Kahlensteiner Höhlenverein Bad Überkingen würdigt 20 Jahre Forschung in einer der tiefsten Höhlen der Alb mit einem Buch.

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Gefeiert haben sie schon ausgiebig in der Oberen Roggenmühle, ihrem Vereinslokal, die Mitglieder des Kahlensteiner Höhlenvereins. Schließlich sind 20 Jahre Forschung in einer der tiefsten Höhlen der Schwäbischen Alb kein Pappenstiel. Die Geheimnisse, die sie der Laierhöhle bei Weiler abgerungen haben, wollen die engagierte Speläologen (Höhlenforscher) aber nicht für sich allein behalten. Abgesehen davon, dass von den Ergebnissen viel in wissenschaftlichen Werken, bei Instituten und Universitäten Verwendung findet, haben die „Kahlensteiner“, wie man sie in Höhlenforscherkreisen abgekürzt benennt, jetzt ein 196-seitiges Buch herausgegeben, das nicht nur die Forschungsgeschichte, sondern neben Plänen, Auswertungen und Erkenntnissen auch viele Details aus der Höhle gelungen vermittelt.

Am 5. Mai hat die Redaktion des Höhlenvereins, in der Jörg Mebold aus Geislingen die Regie übernommen hatte, das umfassende Werk in feierlichem Rahmen in der Oberen Roggenmühle Mitgliedern und Freunden präsentiert. „Viele Bilder, alle bisher erstellten Pläne und 3-D-Darstellungen sowie die wissenschaftlichen Arbeiten mit den Beschreibungen der so unterschiedlichen Höhlenteile sind in dem Buch enthalten“, präzisiert Mebold das gelungene farbige Printprodukt im DIN-A-4-Format.

Der Zeitpunkt der Präsentation war gut gewählt, denn just in diesen Tagen treffen sich in Laichingen die Höhlenforscher Deutschlands zu ihrer 62. Jahresversammlung und Verbandstagung. Gastgeber ist der Höhlen- und Heimatverein Laichingen. Aber nicht nur in diesen Expertenkreisen stößt das Buch auf großes Interesse, denn auch in Geislingen und Umgebung fand die Laierhöhle in den vergangenen Jahren immer wieder mit ihren Forschungsergebnissen und Neuentdeckungen große Beachtung in den Medien und bei der Bevölkerung.

Wir erinnern uns: Im Juni 1996 wurde beim Aushub einer Baugrube in Weiler die Höhle entdeckt. Der Kahlensteiner Höhlenverein Bad Überkingen unter seinem Vorsitzenden Dieter Domke wurde damals mit der Erforschung des Karstobjektes betraut, beschreibt Jörg Mebold die Entdeckungsgeschichte. „Nachdem die Höhlenteile unter dem Baugrundstück vermessen, der Höhleneingang gesichert und die Grundmauern des Wohnhauses standen, begann eine intensive und langjährige Erforschung der immer weitläufigeren und tieferen Höhle“, sagt Mebold.

Im Buch liest sich der Forschungsbeginn sehr spannend: „Am Donnerstag, 20. Juni 1996, stiegen Hermann Sauter und Jörg Mebold als erste Menschen in die bis dato unbekannte Höhle ein. Zuerst befestigten sie ein Seil an einer Aufhängung am Schachteinstieg und Hermann ließ sich vorsichtig in den von labilen Steinen umgebenen Schacht hinab.

Nach etwa fünf Metern kam er auf einem Absatz an, an dem sich der Schacht teilte. Nach vorne etwas breiter und hinter sich verwinkelt und eng, entschied sich Hermann für eine zweite Aufhängung von der er sich dann weiter abseilen konnte. Der Einstiegsschacht öffnete sich nun zu einer großen Kluft. Über zum Teil versinterte Wandpartien erreichte er in etwa 25 Meter Tiefe eine steile Geröllhalde, von wo er begeistert nach oben rief: ‚Mann ist das groß, das ist toll.’ Endlich kam das ersehnte Kommando: ,Seil frei’, und Jörg durfte als Zweiter in die bislang unbekannte Welt hinabsteigen.“

Schon bald war die Laierhöhle mit die tiefste Höhle der Schwäbischen Alb. 127 Meter sind die „Kahlensteiner“ in sie hinabgestiegen, über 2500 Meter Gänge, Spalten, Schächte und Klüfte haben sie in den vergangenen Jahren gefunden und erkundet. Am Ende sind die Forscher aber noch lange nicht. Auch wenn die Laierhöhle, die sich am östlichen Ortsrand von Weiler in die Tiefe zieht, mittlerweile von der sechs Kilometer langen Hessenhauhöhle bei Berg­hülen im Alb-Donau-Kreis tiefenmäßig überflügelt wurde, bietet sie noch jede Menge Potenzial für weitere Forschergenerationen, wobei sich oft nach Jahren oder Jahrzehnten große Überraschungen ergeben können. In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und anderen höhlenkundlichen Vereinigungen auf der Schwäbischen Alb werden deshalb auch in den kommenden Jahren der „Laier“, wie sie von ihren Forschern kurz und bündig genannt wird, noch so manche Geheimnisse entlockt, was dann erneut Anlass zum Feiern geben wird. Seite 19

Vertrieb Das Buch „Die Laierhöhle bei Geislingen-Weiler – Rückblick auf 20 Jahre Forschung“ kann ab sofort vom Höhlenfreund, dem Naturliebhaber und jedem Interessierten zum Herstellungspreis von 15 Euro erworben werden.

Zu kaufen gibt es das Buch bei Willy Müller im Bekleidungshaus Hoch in Geislingen, im  Ausflugslokal „Obere Roggenmühle“ und beim Kahlensteiner Höhlenverein direkt. Es ist auch im Internet bestellbar (plus Buchversandkosten) unter der E-Mail-
Adresse:
kahlenstein@gmx.de

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