Der Amadeus-Kinderchor wird 30 Jahre alt

Am Sonntag hat der von Christel Wittmann gegründete Amadeus-Kinderchor unter ihrer Leitung den 30. Geburtstag gefeiert. Vorchor, Hauptchor und Solisten präsentierten sich mit einem umfassenden Repertoire.

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Den Beginn beim großen Geburtstagskonzert in der Geislinger Jahnhalle machten die Kleinsten aus dem Vorchor der Singschule mit Liedern vom Frühling bis zum Herbst. Nicht nur die Jahreszeiten wandeln sich darin, sondern auch die lustigen Geschichten. "So geht es im Schnützelputzhäusel" und "Frau Schwalbe ist 'ne Schwätzerin" stehen neben dem traurigen Lied "Klein Matten, der Has", in dem ein kleiner Hase Opfer des Fuchses wird. Auch bei den vierstimmig, zusammen mit dem Hauptchor gesungenen Kanons hielten die Jüngsten sicher ihre Stimme und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen.

Es folgten Auszüge aus der "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart. Ohne Dirigat, am Klavier begleiter von Louis Wittmann, sang der Hauptchor die berühmte Arie des Papageno "Der Vogelfänger bin ich ja" aus der wahrscheinlich meistgespielten Oper der Welt und führte die Figur so beim Publikum ein. Anschließend sang der Chor die Terzette der "Drei Knaben", die an Schlüsselstellen der Oper die Handlung vorantreiben. Die anspruchsvollen Terzette erklangen strahlend und rein und "Bald prangt, den Morgen zu verkünden" schloss den Kreis getragen und feierlich, die positive Zukunft der Welt vorausdenkend.

Nun bot das Programm zwei weitere Arien mit Papageno in der Hauptrolle: Der 15-Jährige Louis Wittmann sang "Papagena! Papagena!" ausdrucksstark mit Charme und Witz, sauber intoniert und mit - nicht nur für sein Alter - unglaublicher Sicherheit in der Stimme.

Michael Gösele als Papageno und Patrizia Piras als Papagena ließen im Duett "Pa-Pa-Pa" erklingen, ein Klassiker der Singschule. Gösele und Piras waren beide bei Christel Wittmann in der Ausbildung und sangen dieses Duett bereits vor über zehn Jahren auf der Bühne der Jahnhalle. Piras brachte noch zwei weitere weltberühmte Lieder zu Gehör: "Nur nicht aus Liebe weinen" und "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre". Sie machte sie trotz bekannter Interpretationen von Zarah Leander beziehungsweise Marlene Dietrich unverwechselbar zu ihren eigenen und bewies damit, dass ihr Repertoire nicht bei der Oper endet.

Nach der Pause sang der Hauptchor eine Auswahl der schönsten mehrstimmigen A-capella-Lieder aus 30 Jahren Chorgeschichte und zeigte damit sowohl stimmlich als auch im Ausdruck die ganze Breite seines Könnens. Zu Beginn erklang ein traditionelles Ansingelied, "Wohlan, wir heben mit Singen an", gefolgt von "Ich geh durch einen grasgrünen Wald", einem Volkslied nach Heinrich Heine. Das schwedische "Ack, Värmeland" bezauberte mit einem geradezu sphärischen Klang, dicht und doch luftig die Schönheit Schwedens besingend.

Mit Franz Schuberts "Grüner wird die Au" war ein namhafter Lied-Komponist vertreten, und der Chor zeigte wieder einmal die Fähigkeit zu knisterndem Piano. Das im Gegensatz dazu urgewaltige und mitreißende "Sonne, Sonne, scheine" mit seinen wechselnden Dynamiken folgt dem berühmten Zyklus "Des Knaben Wunderhorn" von Achim von Arnim und Clemens Brentano - das Publikum kam wie nebenbei in den Genuss von Hochliteratur.

In "Ei wohl ein schöne Zeit" und "Es saß ein schneeweiß Vögelein" spielte der Chor mit liebevollen Solo und Tutti-Wechseln, zweites verklang reizvoll im Solo.

Bevor das Konzert mit Robert Schumans "Zigeunerleben" und Gunter Erdmanns "Der Maulbeerenbusch" schloss, blickte Christel Wittmann in einer bewegenden Rede auf 30 Jahre Singschule zurück und dankte vor allem Wolfgang Hellstern, der den Chor als damaliger Bürgermeister von Kuchen unvergleichlich förderte und damit diese Geschichte erst möglich machte.

Einige ehemalige Chormitglieder kamen zu "Zigeunerleben" auf die Bühne und zur Zugabe "Der Maulbeerenbusch" vereinten sich von Patrizia Piras bis zum kleinsten Vorchorkind 30 Jahre Chorgeschichte auf der Bühne - eine Geschichte, die es ohne Christel Wittmann nicht gäbe.

Ehrungen

Traditionell werden im Rahmen der Konzerte der Amadeus-Singschule langjährige Chormitglieder geehrt.

Zehn Jahre Für zehn Jahre Singen im Chor bekamen Verena Haußmann und Alexandra Gallus die Ehrung.

Fünf Jahre Für fünf Jahre Singen im Chor wurden diesmal Anabel Bory, Mara Mauser, Lina Mauser, Laura Hagmeier

und Aurelia Baur geehrt.

SWP

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