DAS GEISTLICHE WORT: Verantwortliches Führungsverhalten wird errungen

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An diesem Wochenende übernimmt ein neuer Mensch die Verantwortung für das politische Amt des Bundespräsidenten. Damit verbunden ist die Hoffnung vieler, dass dieser Würdenträger auch dem Amt wieder so etwas wie seine moralische Instanz zurückbringen kann. Dieser Wunsch macht nochmal mehr deutlich, wie sehr wir in unserem Miteinander darauf angewiesen sind, dass wir im moralischen Sinn verantwortungsvoll und ehrlich miteinander umgehen.

Das, was von den Politikern gefordert wird, ist ja ebenso gut auch eine Anforderung an jeden einzelnen von uns. Die Anforderungen in Führungspositionen, moralisch integer zu bleiben, sind groß, und bedeuten auch für die Leitenden, sich immer wieder der Gewissensfrage stellen zu müssen: Handele ich nach bestem Wissen und Gewissen? Oder lasse ich mich von anderen Energien antreiben?

Erinnern wir uns an die Geschichte des Kampfes von Jakob mit Gott in der Nacht (Gen 32, 23-33). Jakob, der mit List seinen Bruder Esau um sein Erstgeburtsrecht betrogen hatte, ringt in der Nacht vor der Wiederbegegnung mit diesem mit Gott am Jabbok. Er erhält von Gott zwar den Namen Israel, aber er geht aus dieser Begegnung auch als Hinkender hervor: angeschlagen und ausgezeichnet zugleich.

Das macht für mich vor allem eins deutlich: Das Wachsen der biblischen Führungsgestalt Jakob ist nur im Ringen mit sich und manch dunklen Mächten zu begreifen und ist verbunden mit Schmerzen. Dazu gehört, dass Jakob diesem dunklen Gott, der ihn so prüft, den Segen abringt. Dadurch dass Jakob den Namen Israel erhält, übernimmt er die Verantwortung für das Wohlergehen des gesamten Volkes Israel. Er erhält hierzu in besonderer Weise den Segen Gottes.

Damit ist auch gesagt: Du allein bist dazu nicht fähig, du benötigst die Unterstützung deines Gottes und dieser ist bereit, sie dir zu geben. Genau darin liegt die große Chance: Jakob ist sich bewusst, dass er allein zu schwach für die Führungsaufgabe ist. Er benötigt dazu die Fürsprache seines Gottes.

Diese Haltung Jakobs kann vielleicht manchen von uns in verantwortungsvollen Positionen helfen, mit Überforderung und Anforderung umzugehen. Dazu gehört die Möglichkeit, an Übergängen Raum zu schaffen für die innere Auseinandersetzung mit Entscheidungen. Dazu gehört ein Einstehen für seine Entscheidungen und ein Durchtragen dieser in die Begegnung mit den anderen. Ich glaube, von uns wird im Alltag immer wieder ein Führungshandeln gefragt: von den Eltern genauso wie vom Lehrer oder Bürgermeister oder leitenden Angestellten.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer wieder Gelegenheit finden, unsere innere Haltung und unser Handeln diesbezüglich zu reflektieren.

Gerburg Crone leitet die Psychologische Familien- und

Lebensberatung in Geislingen

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