DAS GEISTLICHE WORT: Bitte warten

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Bald feiern wir den ersten Advent. Die Adventszeit ist die Zeit des Wartens auf Weihnachten. Gott kam in seinem Sohn in unsere Welt. Das war damals in Bethlehem in einem Stall. Und so, wie Gott damals in unsere Welt kam, wird er wieder zu uns kommen. Bis dahin müssen wir - warten.

Ich bin ein Mensch, der ungern wartet. Beim Warten habe ich das Gefühl, kostbare Zeit zu verlieren. Das geht nicht nur mir so. Diese Ungeduld treibt seltsame Blüten. So bin ich im November zu einem Weihnachtsmarkt eingeladen worden, der vor dem ersten Advent stattfand. Das war für mich bisher das deutlichste Zeichen der Ungeduld unserer Zeit. Es gibt Menschen auf dieser Welt, die erleben das Warten als etwas Gutes. Ich beneide sie darum. Ich habe längere Zeit in Peru in Lateinamerika gelebt. Dort hat sich im privaten Bereich eine "Kultur des Wartens" entwickelt. Zu einem Fest kommt man deshalb als Zeichen der Höflichkeit ein oder zwei Stunden später, denn die Zeit des Wartens ist eine kostbare Zeit.

Was kann ich in zwei Stunden des Wartens nicht alles tun? Ich kann das bevorstehende Fest vorbereiten und den Festtisch noch ansprechender dekorieren - ganz in Ruhe. Ich kann mich selbst auf das Fest vorbereiten - ganz entspannt. Ich kann mich in den Sessel setzen und schöne Musik hören oder das Buch lesen, für das ich bisher keine Zeit hatte.

Wahrscheinlich wenden Sie ein: Ich kann doch auch zu einer anderen Zeit ein Buch lesen oder Musik hören. Das muss doch nicht kurz vor einem Fest sein. Das stimmt. Und doch ist es nicht dasselbe. Denn die Zeit des Wartens ist immer schon geprägt von dem schönen Ereignis, das auf mich zukommt. Die Vorfreude auf das schöne Fest macht die Zeit des Wartens und alles, was ich in dieser Zeit mache, zu etwas besonders Kostbarem.

Ich wünsche uns, dass wir in den vor uns liegenden Adventstagen die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ganz bewusst genießen können. Der Advent ist als Zeit des Wartens eine kostbare Zeit, weil sie schon unter dem Licht des Weihnachtsfestes steht, das auf uns zukommt - so wie unser ganzes Leben schon jetzt unter dem Licht des Wiederkommens Gottes steht.

Frank Esche ist Pfarrer des

evangelischen Pfarramts

Geislingen Altenstadt-West

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