Das ganze Haus ein Kunstwerk

Am Samstag verwandelt Karin Mader aus Eybach ihr Haus in eine Galerie. Von 16 bis 20 Uhr darf jeder die Vielfalt ihrer Kunstfertigkeit betrachten.

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Die Stufen im Haus von Karin Mader leuchten in unterschiedlichen Mosaiken.  Foto: 

Karin Mader nennt ihr Haus in der Steigstraße 13 in Eybach ihr „Hexenhäusle“. Dabei hat es draußen keine Lebkuchen an der Wand und ist drinnen alles andere als unheimlich. Es ist gemütlich. Es ist originell und geschmackvoll gestaltet. Und es bietet Platz für über 40 Bilder, die Karin Mader gemalt hat.

Am Samstag verwandelt die 64-Jährige ihre Heimstatt in eine Galerie. Zwischen 16 und 20 Uhr darf jeder kommen, der Interesse an Kunst hat und sich im ganzen Haus umsehen. Und weil Karin Mader eine durch und durch kreative Persönlichkeit ist, gibt es dort viel mehr zu sehen als „nur“ die Bilder.

Überall sind Nischen, ist frei gelegtes Fachwerk, sind wahr gewordene Visionen. Der Küchenboden etwa besteht durchweg aus bunten, nicht zusammengehörenden Bodenfliesen – und bildet einen fröhlichen, charmanten Kontrast zu den dunkelbraunen Holzbalken und der weißen Küche.

Im Wohnzimmer sind die Fenstersimse Mosaik verziert – haben also aus Fliesenscherben ein neues Kleid erhalten. Diese Leidenschaft von Karin Mader findet sich an den unerwartetsten Stellen: Die Fenstersimse außen sind Mosaik verkleidet, ein Teil der Außenfassade, der Aufsatz auf ihrem Waschbecken-Unterschrank im Badezimmer oder die Gästetoilette, deren Fußboden und die Wand ums Waschbecken mithilfe von Mosaik verschönert wurde. Neuerdings leuchten sogar die Stirnseiten einiger Treppenstufen in unterschiedlichen Farbtönen.

Im Badezimmer gibt es einen weiteren Hingucker – den Spiegel. Der befindet sich in einem alten Fenster, sowie in dessen Fensterflügeln. Das Fenster wiederum ist von einem barocken Rahmen eingefasst, in dem vermutlich einst tatsächlich ein Spiegel sein Dasein fristete.

Im Wohnzimmer, im gesamten Treppenhaus, im „grünen Zimmer“ im Obergeschoss und ganz oben im Atelier der Künstlerin befinden sich ihre Bilder. „Wir werden nur das Schlaf- und das Arbeitszimmer abschließen, ansonsten dürfen sich die Besucher überall frei bewegen“, sagt die Eybacherin, die „ziemlich aufgeregt“ ist vor diesem Galerie-der-offenen-Tür-Experiment. Die Besucher sollen mit Glühwein und Stollen bewirtet werden und sich beim Durchschlendern durchs Haus wohlfühlen.

Dass Karin Mader im Lauf der letzten 30 Jahre viel ausprobiert und experimentiert hat, sieht der Besucher auf Anhieb. Lag der Schwerpunkt anfangs noch auf abstrakter Kunst, hat sie diesen inzwischen vorwiegend in figürlicher Malerei gefunden. Mit Begeisterung kopiert sie Werke großer Künstler wie Otto Dix, Frida Kahlo oder Emil Nolde, prägt diesen dann ihren persönlichen Stempel auf. Oder sie findet Figuren in der Wirklichkeit, die sie faszinieren. Wie etwa in Leipzig auf dem Wave-Gotik-Treffen: „Dort hat ein schwarz gekleideter Mann seine Partnerin wie eine Marionette an Schnüren mit sich geführt, die an einer Holzhalterung befestigt waren“, erzählt sie. Natürlich hat sie das gemalt. Und natürlich gehört auch dieses Bild zu den Werken, die die Besucher bewundern – und bei Wunsch auch kaufen dürfen.

 Info Tag der offenen Tür in Karins Hexenhäusle am Samstag, 9. Dezember von 16 bis 20 Uhr in der Steigstraße 13 in Eybach. Parken unten im Ort – in der Steigstraße ist es nicht möglich.

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